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E-Zigarette: Mit Volldampf voraus?

15. Dezember 2015, 10:00

Seit ihrer Markteinführung vor etwa zehn Jahren ist die E-Zigarette Gegenstand von Kontroversen bezüglich ihrer Schädlichkeit. Die neuste Ausgabe der welschen Zeitschrift „Dépendances“ von Sucht Schweiz und dem GREA* bietet einen aktuellen Einblick und erteilt verschiedenen Akteuren das Wort. Darin werden Fragen beantwortet wie zum Beispiel: Wer „dampft“ in der Schweiz? Wie wirkt sich das Dampfen auf die Gesundheit aus? Wie kann der Markt reguliert werden?

Die E-Zigarette befindet sich in der Schweiz im Aufschwung: 2014 hatte sie jede/r siebte über 15-Jährige bereits einmal ausprobiert. Dieser Anteil ist fast doppelt so gross wie zwei Jahre zuvor. Die E-Zigarette wird mehrheitlich von Tabakrauchenden benutzt, aber auch Nichtrauchende haben sie bereits ausprobiert. Die Zahl der regelmässigen E-Dampfer bleibt aber gering: 0,7 Prozent der Bevölkerung dampft mindestens wöchentlich und 0,3 Prozent täglich.

Verhältnis zum Tabak

Zurzeit ist es unklar, ob die E-Zigarette ein wirksames Mittel für den Tabakentzug darstellt. Doch gibt es Studien, die auf eine Reduktion beim Tabakkonsum hinweisen. Gewisse Konsumentenvereinigungen setzen sich im Übrigen dafür ein, ihre Erfahrung mit dieser Konsumform bekannt zu machen. Da die E-Dampfer bei etwa gleicher Nikotinmenge deutlich weniger Schadstoffe einatmen, könnte die E-Zigarette der Schadensminderung dienen, auch im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum.

Einstiegsprodukt für Tabak bei Jugendlichen?

In der Schweiz geben 5 Prozent der 15- bis 19-Jährigen an, dass sie im Laufe des vorangehenden Monats mindestens einmal gedampft haben. Daher besteht die Sorge, die E-Zigarette könnte für nichtrauchende Teenager zum Einstiegsprodukt für den Tabakkonsum werden. In diese Richtung weisen bestehende Studien, die jedoch von unterschiedlicher Qualität sind. Daher muss die Forschungstätigkeit hier noch vertieft werden. In jedem Fall stellt sich die Frage, welche Jugendschutzmassnahmen auf dem E-Zigaretten-Markt wünschenswert sind.

E-Zigarette und Tabakproduktegesetz

Im Entwurf des Bundesgesetzes über Tabakprodukte ist vorgesehen, dass auch die
E-Zigarette reguliert und der bislang verbotene Verkauf nikotinhaltiger Liquids zugelassen wird. Ebenso sollen Werbung, Inhaltsstoffe und das Dampfen im öffentlichen Raum gesetzlich geregelt werden. Die E-Dampfer-Verbände ihrerseits sind der Meinung, dass die E-Zigarette nicht Gegenstand des Tabakproduktegesetzes sein sollte. So oder so müssten die nikotinhaltigen Liquids reguliert und kontrolliert werden. Auch müsste zumindest Werbung verboten werden, die E-Zigaretten in einen Zusammenhang mit herkömmlichen Zigaretten oder mit Süssigkeiten für Kinder stellen.
All dies zeigt: Die Diskussionen rund um die E-Zigarette sind noch längst nicht abgeschlossen. Sie ermöglichen es aber, die Rolle der Konsumierenden und die Frage der Schadensminderung in die Gesundheitsdebatte einzubeziehen. Der Aufschwung der E-Zigarette ruft nach einem wissenschaftlichen, pragmatischen Ansatz. Dazu will die Zeitschrift „Dépendances“ beitragen.

*Groupement Romand d'Etude des Addictions

Auskunft:
Monique Portner-Helfer
Mediensprecherin
mportner-helfer@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch
Tel.: 021 321 29 74
    

Die Stiftung Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Sie betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich in der Gesundheitspolitik. Das Ziel der Stiftung ist, Probleme zu verhüten oder zu vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen oder durch Glücksspiel und Internetnutzung entstehen.

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