Sucht am Arbeitsplatz: eine neue Plattform zur Unterstützung von KMU, aktiv zu werden

24.03.2026

Sucht Schweiz lanciert mit www.sucht-und-arbeitswelt.ch eine Website, die Unternehmen neue Ressourcen zur Suchtprävention am Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Die Plattform richtet sich in erster Linie an Arbeitgebende, HR-Verantwortliche, Führungskräfte sowie Fachpersonen im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Zudem finden auch Mitarbeitende hilfreiche Informationen – sei es zur eigenen Situation oder zum Umgang mit betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

Ziel ist es, problematischen Substanzkonsum frühzeitig zu erkennen, Suchtproblemen vorzubeugen und Mitarbeitende zu unterstützen, damit ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz erhalten bleiben. Die Website Sucht und Arbeitswelt geht dabei über das Thema Alkohol hinaus und berücksichtigt auch illegale Drogen, tabak- und nikotinhaltige Produkte sowie nicht substanzgebundene Verhalten wie etwa Geldspiel. Führungskräfte, Personalverantwortliche und Akteure im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement finden auf der neuen Plattform Informationen und praktische Ressourcen zum Thema Sucht im beruflichen Umfeld.

 

Sucht am Arbeitsplatz: eine neue Plattform zur Unterstützung von KMU, aktiv zu werden

Sucht und Arbeitswelt sind eng miteinander verknüpft. Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder eine konsumfördernde Unternehmenskultur können problematischen Konsum begünstigen. Umgekehrt kann sich ein problematischer Substanzkonsum oder eine Sucht negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken – etwa durch Absenzen, Leistungseinbussen, erhöhte Fluktuation oder Zwischenfälle bis hin zu Unfällen am Arbeitsplatz.

Die volkswirtschaftlichen Kosten für Sucht werden in der Schweiz auf rund 8 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. Darin sind Verluste für die Betriebe von 3,4 Milliarden eingerechnet. Sie haben gute Gründe, ein betriebliches Suchtpräventionsprogramm einzuführen. «Die Gesundheit der Mitarbeitenden sollte aber nicht nur aus wirtschaftlichen und rechtlichen Gründen Priorität haben, sondern auch wegen der sozialen Verantwortung des Unternehmens», erklärt Lydia Paiva, Projektleiterin Prävention bei Sucht Schweiz.

Viele Betriebe befassen sich erst bei einem konkreten Vorfall mit dem Thema Sucht. Eine Befragung (2024), die über 40‘000 Unternehmen in Europa umfasste, zeigt: Weniger als ein Drittel der teilnehmenden Betriebe in der Schweiz bejahten, suchtpräventive Massnahmen anzuwenden. Bei den Präventionsmassnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Mitarbeitenden besteht in vielen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial.

 

Verstehen, Vorbeugen, Reagieren

Die neue Plattform schlägt den Betrieben in drei Rubriken konkrete Handlungsansätze vor:

  • Verstehen: Dazu zählen Informationen zu Risiken, Mechanismen und Folgen in Bezug auf problematischen Konsum und Sucht im beruflichen Umfeld sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
  • Vorbeugen: Konkrete präventive Massnahmen mit dem Ziel, Probleme im Zusammenhang mit problematischem Konsum frühzeitig zu erkennen, betroffene Mitarbeitende zu unterstützen und eine Entwicklung hin zu schwerwiegenderen Problemen zu verhindern. Ein neuer Leitfaden unterstützt Betriebe dabei, bestehende Massnahmen zu analysieren, Vorgehensweisen auf ihre Unternehmenskultur abzustimmen und wirksam zu kombinieren.
  • Reagieren: Dazu zählen konkrete Handlungsempfehlungen bei auffälligen Veränderungen im Arbeitsalltag. Videos mit Erfahrungsberichten und Praxisbeispielen unterstützen Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Berufsbildende und Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit schwierigen Situationen.

Ergänzend bietet die Website Ressourcen für Lernende sowie eine nationale Übersicht über Suchtfachstellen, die Betriebe bei Präventionsmassnahmen beraten und begleiten.

Finanzierung und Unterstützung

Die neue Plattform wurde vom Alkoholpräventionsfonds und von Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt. Die Entwicklung der Website wurde von Vertreterinnen und Vertreter folgender Organisationen fachlich begleitet: Bundesamt für Gesundheit, Gesundheitsförderung Schweiz, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Suchtfach-stelle Zürich, Blaues Kreuz Romandie, Blaues Kreuz BE-SO-FR, HES-SO Wallis, HR Swiss, Angestellte Schweiz, Unisanté, Akzent Luzern, Peerspektive.

 

Auskunft: 
Monique Portner-Helfer
Mediensprecherin
[email protected]
021 321 29 74