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Alkoholintoxikationen

Alkoholintoxikationen bergen beträchtliche Risiken. Interventionen in Notaufnahmen von Spitälern bergen Präventionspotenzial, das genutzt werden sollte.

Interventionen bei Notaufnahmen

Die schädliche Wirkung von exzessivem Trinken ist in der Literatur vielfach beschrieben und u.a. mit Unfällen, Gewalt, ungeplanten und ungeschützten sexuellen Aktivitäten, ungünstiger Schulentwicklung, Selbsttötungen und Selbstgefährdungen durch Alkoholintoxikationen in Zusammenhang gebracht worden.

Ungefähr 90% der rund 11‘600 Personen, die im Jahr 2012 wegen einer Alkoholvergiftung in der Schweiz hospitalisiert wurden, sind älter als 23 Jahre (Wicki, 2014). Jugendliche und junge Erwachsene machen etwa 10% der hospitalisierten Personen aus.

In den letzten Jahren wurde an verschiedenen Orten in der Schweiz versucht, Unterstützungsangebote für Jugendliche und/oder Erwachsene, die mit einer Alkoholvergiftung ins Spital eingeliefert werden, zu entwickeln. Ziel dieser Projekte ist, dass die Betroffenen nicht ausschliesslich medizinisch versorgt werden, sondern dass auch Kurzinterventionen stattfinden, welche einerseits die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Intoxikation senken resp. bei verfestigt problematischen Konsummustern zu Verhaltensänderungen motivieren. Allerdings liegen in der Schweiz zurzeit noch wenig systematisierte Handlungsansätze vor, was unter anderem eine wissenschaftliche Begleitung der Projekte erschwert.

Erarbeitung von Empfehlungen zu "good practices"

Sucht Schweiz hat zwischen 2013 und 2016 im Rahmen eines Mandats des Bundesamts für Gesundheit (BAG) internationales und nationales Wissen zum Thema zusammengetragen und die Standpunkte der Fachleute mit einbezogen. Expertinnen und Experten haben dieses aufgearbeitete Wissen diskutiert und Empfehlungen zu «good practices» formuliert. Ziel ist, die Fachleute im Gesundheitsbereich, die Spitalleitungen und die Politik bei Entwicklung, Verbesserung und Ausbau der Betreuung von Patientinnen und Patienten zu unterstützen, die aufgrund einer Alkoholintoxikation hospitalisiert werden. Es werden auch Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Einführung von Massnahmen beschrieben.

Die Empfehlungen betreffen:

Institutionelle Rahmenbedingungen - Akteure der Betreuung - Zeitpunkt der Intervention - Screening, Evaluation - Selbsthilfeinstrumente - Folgeinterventionen - Kompetenzen und Rollen der Fachleute - Angehörige, Eltern - Evaluation, Monitoring

Kontakt und Anfragen

Tel. 021 321 29 76
praevention@suchtschweiz.ch  

Praxishandbuch

Die nächste Projektetappe bestand darin, diese Empfehlungen zu „good practices“ in eine gut nutzbare Form zu bringen, welche die praktische Umsetzung psychosozialer Interventionen zum Zeitpunkt der Hospitalisierungen erleichtert.

Das "Praxishandbuch - Interventionen bei akuter Alkoholintoxikation" enthält

  • Entscheidungsalgorithmen (d.h. vereinfachte Beschreibungen des Vorgehens im Fall von Hospitalisierungen), die gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt wurden. Ein Algorithmus für Jugendliche und einer für Erwachsene stehen zur Verfügung.
  • Empfehlungen der Expertinnen und Experten, mit Kommentaren und Hinweisen auf nützliche Instrumente.
  • eine Sammlung von Instrumenten und Prozeduren, die in verschiedenen Projekten in der Schweiz bereits eingesetzt werden. Kontext des Einsatzes und Validierungen dieser Instrumente werden beschrieben.

Berichte

Weitere Informationen

Studien

Kommentare und Grafiken

Erwachsene
Intoxikationen

Abhängigkeit

Jugendliche und junge Erwachsene
Intoxikationen
Abhängigkeit

Lehrmittel

Heft Nummer 4 der Reihe „Jugendliche und Alkohol“ für Lehrpersonen der Oberstufe mit Informationen und Lektionenvorschlägen zum Thema „Alkohol und Rausch: Zwischen Risiken und dem Wunsch nach Entgrenzung“. 

Eine Flash-Animation für den schulischen Bereich (Sekundarstufe) enthält unter anderem Informationen dazu, was im Körper geschieht, wenn jemand einen Alkoholrausch hat: www.alkoholimkoerper.ch

Elternbrief zum Thema: Ausgang und Partys: Spass und Risiken

Broschüren zum Thema Alkohol

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