Sucht Schweiz – Online-Geldspiele: Eine Problematik mit wachsender Relevanz, auch wegen dem Verfliessen der Grenzen zu E-Game
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Online-Geldspiele: Eine Problematik mit wachsender Relevanz, auch wegen dem Verfliessen der Grenzen zu E-Game

27. Mai 2020, 10:30

Foto ©william87 - stock.adobe.com

Eine neue Studie von Sucht Schweiz und dem GREA wirft ein Schlaglicht auf die Online-Geldspiele und die Spielenden kurz vor der Öffnung des Online-Geldspielmarktes. Es zeigt sich, dass die Personengruppen, die online resp. offline spielen, sich wenig überschneiden. Rund 10 % der Online-Spielenden haben Probleme damit, die 18- bis 29-Jährigen sind überdurchschnittlich betroffen. Zudem sind die Grenzen zwischen Online-Geldspielen und E-Games mehr und mehr fliessend, was für junge Menschen problematisch sein kann. Dies umso mehr, als dass Provider das Spielverhalten mittels Datenanalyse steuern können

Seit dem Inkrafttreten des neuen Geldspielgesetzes im letzten Jahr dürfen Schweizer Casinos Geldspiele auch im Internet anbieten. Um in Zukunft die Auswirkungen dieses Gesetzes auf das Spielverhalten messen zu können, hat das Westschweizer Programm zur Bekämpfung der Spielsucht (PILDJ) Sucht Schweiz und das GREA (Groupement Romand d’Etudes des Addictions) beauftragt, eine Bestandesaufnahme der Spielgewohnheiten kurz vor der Liberalisierung durchzuführen. Damit liegt eine erstmalige Analyse der Online-Spielpraktiken im Jahr 2018 vor. Ein Update mit den Veränderungen nach der Liberalisierung soll im Jahr 2022 veröffentlicht werden.

Die wichtigsten Resultate

Die von Sucht Schweiz durchgeführte quantitative Analyse hat unter anderem folgende Punkte ans Licht gebracht:

Die überwiegende Mehrheit der Online-Spielenden frönten Lotterien, Nummernspielen, Sportwetten, und/oder kaufte Rubbellose. Poker und andere Formen des Geldspiels waren in der Minderheit.

Lotterien, Nummernspiele oder Rubbellos-Angebote wurden fast ausschließlich auf nationalen Plattformen genutzt, während bei Sportwetten von fast zwei Dritteln der Spielenden ausländische Angebote bevorzugt wurden.

Fast zehn Prozent der Online-Spielenden, berichteten von mittelschweren bis schweren Problemen mit diesen Geldspielen. 18- bis 29-Jährige sind überdurchschnittlich betroffen.

In der Stichprobe stehen Spielende mit mittlerem Risiko und problematisch Spielende für knapp die Hälfte der Einnahmen aus Online-Geldspielen.

60 % der Online-Spielenden haben in letzten 12 Monaten nicht an Offline-Spielen teilgenommen. Die Personengruppen, die offline und online spielen, überschneiden sich also nur zu einem kleinem Teil.

In den vertieften Interviews mit einer kleinen Anzahl von Personen, die online um Geld spielen oder «Free-to-Play»-Videogames spielen, haben die vom GREA Befragten in der Regel angegeben, dass sie sich selber Limiten bezüglich Geldeinsatz, Spielfrequenz und Spieltyp setzen. Für diese Spielenden ist das Spiel weder eine harmlose Freizeitbeschäftigung, die schrankenlos betrieben werden kann, noch eine suchtgenerierende Aktivität, von der man sich fernhalten sollte. 

Lootboxes, Pay-to-Win, etc: Miktotransaktionen und junge Menschen im Fokus

Der dritte Teil der Studie bietet eine Literaturübersicht zur aufgekommenen Vermischung von Geld- und Videospielen. Während einige Geldspiele wie Videospiele daherkommen, animieren eigentlich kostenlose Videospiele die (oft Minderjährigen) dazu, Geld für bessere Gewinnchancen oder die neuste Ausrüstung für ihre Avatare auszugeben. Einige Spielanbieter sammeln zudem Daten zum Verhalten der Spielenden, um diese zu höheren Ausgaben zu bewegen. 

Die Resultate zeigen, dass die Spielenden, insbesondere Kinder und Jugendliche, verstärkt über Mikrotransaktionen aufgeklärt werden müssen. Zudem sollte die Früherkennung von problematisch Spielenden in allen Bereichen verstärkt werden.   


Die neue Studie kann hier konsultiert werden: 

Auskunft: 

Markus Meury 

Mediensprecher

Tel.: 021 321 29 63 


Jean-Félix Savary

Directeur GREA

Tél.: 079 345 73 19

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Mediensprecher

Monique Portner-Helfer
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