Sucht Schweiz – Corona-Krise: Sucht Schweiz veröffentlicht Lockdown-Tipps für die Bevölkerung sowie Briefing Paper zu illegalen Drogen
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Corona-Krise: Sucht Schweiz veröffentlicht Lockdown-Tipps für die Bevölkerung sowie Briefing Paper zu illegalen Drogen

17. April 2020, 09:00

Der Lockdown hat unser Leben umgekrempelt. Die Heimgebundenheit bringt neue Suchtgefahren mit sich, und bereits Abhängige werden mit neuen Problemen konfrontiert. Zur Krisenbewältigung bietet die Stiftung Sucht Schweiz drei «Survival kits» für die zu Hause Ausharrenden, die Familien und die Jugendlichen. Gleichzeitig werden für Fachleute und die Medien Briefing Papers zu fünf Suchtbereichen ausgearbeitet, als erstes zu den illegalen Drogen. Alle Informationen werden auf der Sonderwebseite www.suchtschweiz.ch/coronavirus aufgeschaltet.

Neben der Furcht vor einer Erkrankung bringt der Lockdown für die meisten Menschen in der Schweiz eine neue Situation mit sich: Einige haben mehr Stress durch Homeoffice und gleichzeitiger Kinderbetreuung. Für andere macht sich Langeweile oder Unsicherheit um den Arbeitsplatz breit, und alleinlebende Menschen fühlen sich manchmal isoliert. Der Suchtmittelkonsum im Ausgang hat zwar abgenommen, doch einige Menschen greifen nun zu Alkohol, Tabak und anderen Suchtmitteln, um mit dem Stress klar zu kommen oder die Leere aufzufüllen. Oder aber sie sitzen immer länger am Bildschirm, um zu gamen und um Geld zu spielen. Für bereits suchtkranke Menschen oder solche mit problematischem Konsum bringt die Krise neue Schwierigkeiten.

Neue Webseite als Informationsportal für die Ausnahmesituation

Um die Fragen aus der Bevölkerung und der Fachwelt zu beantworten lanciert die Stiftung Sucht Schweiz deshalb das neue Informationsportal «Sucht und Coronakrise». Unter www.suchtschweiz.ch/coronavirus finden alle die nötigen Informationen. Hinzu kommen weiterführende Infos und Links wie zur Beratungs-Hotline 0800 104 104 von Sucht Schweiz und zur Online-Beratung safezone.ch. Dabei stehen zwei Rubriken im Vordergrund: 

  • Drei «Survival Kits», um die Situation gut zu überstehen

Für die Gesamtbevölkerung stehen nun drei «Survival Kits» bezüglich Substanzen und Verhalten mit Suchtpotential zur Verfügung. Sie geben Antworten auf die Fragen «Wie kann ich meinen Konsum im Griff behalten? Wie kann ich die Suchtgefahr begrenzen?», «Wie können Eltern die Bildschirmzeit und den Substanzkonsum ihrer Sprösslinge regeln?» sowie  «Wie können Jugendliche mit der einschränkenden Situation zurecht kommen?». 

  • Erstes «Briefing Paper»: illegale Drogen in der Corona-Krise

Für Fachstellen, Entscheidungsträger und die Medien wird jede Woche ein neuer Fachbericht zu einer Suchtthematik bereitgestellt. Im ersten Paper geht es um die aktuelle Situation und die möglichen Szenarien bei den illegalen Drogen und die damit verbundenen aktuellen Herausforderungen für die Anlaufstellen und das Gesundheitswesen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind die Folgenden: 

  • Der internationale Drogenhandel ist mit völlig neuen Hindernissen konfrontiert, was zu einer Reduktion des Angebots führen könnte. 
  • Die Schliessung der Ausgangslokale und die Verringerung der sozialen Interaktionen wird wohl dazu führen, dass der grösste Teil der Gelegenheitskonsumierenden ihren Konsum reduziert.
  • Menschen mit abhängigem Konsum unterliegen der Entwicklung des Angebots, was für gewisse Gruppen zu grösseren Problemen führt.
  • Insgesamt dürften die Drogenprobleme vorübergehend abnehmen, wobei gewisse gefährdete Gruppen von besonderen Problemen betroffen sind.
  • Eine Anpassung des Angebots der Anlaufstellen für Betroffene ist im Gang; vor allem Angebote im niederschwelligen Bereich sind weiterhin gefordert. Auch eine Zunahme der Behandlungsnachfrage könnte sich ergeben. 
  • Ein ad-hoc-Monitorinsystem sollte eingreichtet weden, um die Entwicklung während des Lockdowns und einer folgenden Wirtschaftskrise beobachten und einordnen zu können. 

Weitere Briefing Papers zu den Bereichen Alkohol, Internet, Geldspiel und Tabak werden demnächst aufgeschaltet.

Dieses Projekt wird vom Bundesamt für Gesundheit mitfinanziert.

Auskunft: 

Markus Meury, Mediensprecher,

mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch,

Tel.: 021 321 29 63

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Mediensprecher

Monique Portner-Helfer
mportner-helfer@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch

Tel: 021 321 29 74
(Montag/Dienstag/Mittwoch)

Markus Meury
mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch

Tel: 021 321 29 63

 
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