Sucht Schweiz – Beschert die Corona-Krise dem Onlinegeldspiel einen Aufschwung? Viertes Briefing Paper von Sucht Schweiz
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Beschert die Corona-Krise dem Onlinegeldspiel einen Aufschwung? Viertes Briefing Paper von Sucht Schweiz

26. Juni 2020, 09:00

Online-Geldspiele sind im Zuge der Corona-Pandemie wichtiger geworden. Die massive und teils aggressive Werbung verleitet zum Spiel, das online ohne soziale Kontrolle Tag und Nacht verfügbar ist. Mehr dazu im neuen Briefing Paper von Sucht Schweiz auf www.suchtschweiz.ch/coronavirus.

 

Die Ausnahmesituation im Zuge der Corona-Pandemie lässt drei Hypothesen zu, die für die Suchtprävention von Bedeutung sind:

  1. Es ist von einer Zunahme der Spieler und Spielerinnen auszugehen, die online um Geld spielen. Die zunehmende, allgegenwärtige und aggressive Werbung für Online-Geldspiele sowie die Mussestunden daheim dürften manche Personen dazu bewegt haben, Geldspiele auszuprobieren. Dazu kommen Spielende, die zuvor eigentlich nur in terrestrischen Casinos spielten. Sie wurden mit neuen und für sie spezifischen Angeboten in Folge der Casino-Schliessungen ermuntert, online um Geld zu spielen. Online lässt sich in manchen Fällen bis zu 30 Tage ohne Identitätsnachweis spielen. 

  2. Die zweite Hypothese betrifft die problembehaftete Beschaffenheit der Online-Geldpiele: die Möglichkeit, gleichzeitig auf mehreren Plattformen zu spielen, die schnelle Spielabfolge, der permanente Zugang zum Geldspiel, keine soziale Kontrolle und der fehlende Bezug zum realen Geld. Mehrere Studien bestätigen, dass wer online um Geld spielt, mehr Risiken eingeht. Fast jeder zehnte Online-Spieler in der Schweiz ist betroffen.

  3. Die psychologischen Auswirkungen der Corona-Krise könnten das problematische Spiel akzentuieren. Der Zusammenhang zwischen belastenden Ereignissen und problematischem Spiel wurde in Studien hervorgehoben. Der Lockdown sowie die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen haben das Zeug, dass manche Personen die Kontrolle über das Online-Geldspiel verlieren.

Information und Hilfe

Schätzungen gehen davon aus, dass problematisch Spielende für einen bedeutenden Teil der Einnahmen aus dem Geldspiel stehen. Mit anderen Worten: sie spielen intensiv und verlieren überproportional viel Geld. Neun Prozent der Spielenden stehen für fast die Hälfte der Ausgaben im Geldspielbereich. Diese Spielenden verdienen besonderen Schutz.

 

Die Situation rund um Geldspiele mit einer Lagebeurteilung und Hypothesen stehen im Fokus des vierten Briefing Papers im Zuge der Corona-Krise. Bisher erschienen sind die Dossiers zu Illegalen Drogen, Alkohol, Bildschirm- und Internetnutzung; es folgt jenes zu Tabak

Sämtliche Briefing Papers

 

Auskunft:
Markus Meury,
Mediensprecher,
mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch
Tel.: 021 321 29 63

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