Sucht Schweiz – Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt
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Alkohol: Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt

16. Mai 2019, 09:00

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Sieben Prozent der 65- bis 74-Jährigen in der Schweiz trinken chronisch risikoreich – das ist mehr als in jüngeren Altersgruppen. Aber auch moderater Alkoholkonsum kann bei älteren Menschen heikel sein, da ihr Körper Alkohol weniger gut verträgt und weil Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten können. Die diesjährige Dialogwoche Alkohol vom 16. bis 26. Mai ist die Gelegenheit, mehr über die Risiken des Alkohols im fortschreitenden Lebensalter zu erfahren. Sucht Schweiz hält zahlreiche Tipps für einen risikoarmen Konsum bereit.

Die diesjährige Dialogwoche Alkohol wird von elf Kantonen und zahlreichen Fachorganisationen getragen. Sie läuft unter dem Motto «Wie viel ist zu viel?» und legt einen besonderen Fokus auf die Risiken des Alkoholkonsums im Alter. Kein Wunder, denn nach den Zahlen des Suchtmonitorings steigt der chronische Risikokonsum mit dem Alter stark an: 7% der 65- bis 74-Jährigen Menschen in der Schweiz trinken täglich zu viel Alkohol (bei Frauen mindestens zwei Gläser Alkohol pro Tag, bei Männern mindestens drei Gläser).

Alkohol als Zuflucht und Falle

Die Gründe für den erhöhten regelmässigen Alkoholkonsum bereits ab 45 Jahren, aber noch stärker nach der Pensionierung, sind vielfältig: Oft geht er mit familiären Veränderungen oder Verlusten, aber auch mit Sinnkrisen einher. Die Pensionierung bringt für viele eine Destabilisierung oder gar eine grosse Leere mit sich. Beziehungen gehen verloren und manche erleben, auch durch Todesfälle, eine soziale Isolierung. Auch Schlafstörungen werden verschiedentlich mit Alkohol angegangen. So wird für manche Menschen der Alkohol zur Zuflucht, die sich dann in eine Falle verwandelt.

Risiken durch Medikamente, auch bei moderatem Konsum

Ältere Menschen nehmen tendenziell mehr Medikamente ein als Jüngere. Nach einer Untersuchung von Sucht Schweiz konsumieren mehr als 20% der über 65-jährigen Menschen, die Medikamente einnehmen häufig oder immer gleichentags auch Alkohol.
Autor Matthias Wicki ergänzt: «Zudem geht oft vergessen, dass Medikamente länger im Blut bleiben: Auch der Alkoholkonsum zwei Tage nach der Medikamenteneinnahme kann noch Wechselwirkungen zeitigen. So konsumiert rund zwei Drittel der Personen im Pensionsalter, die starke Schmerzmittel oder Schlaf-/Beruhigungsmittel einnehmen, innerhalb des kritischen Zeitfensters Alkohol». Dies birgt verschiedene Gefahren:

-    Die Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten sorgt für eine Verstärkung, Veränderung oder auch Verminderung der Medikamentenwirkung, bei mehreren Medikamenten gleichzeitig gar exponentiell.

-    Oft treten durch die Kombination zudem Wahrnehmungsstörungen, Verwirrung und andere Nebenwirkungen wie schwere Belastungen für die Leber auf.
-    Die Folge davon können Fahruntüchtigkeit oder auch Stürze, die in diesem Alter fatal sein können.

Eine Publikation von Sucht Schweiz und der Zürcher Fachstelle zur Prävention des Suchtmittelmissbrauchs sowie ein Faktenblatt des Bundesamtes für Gesundheit bieten detaillierte Informationen.

Der Körper verträgt im Alter weniger Alkohol

Der Alkohol kann auch sonst verschiedene Erkrankungen negativ beeinflussen. Zudem nimmt der Wasseranteil ab etwa 50 Jahren im Körper ab, was dazu führt, dass der Alkohol stärker wirkt. Er kann deswegen rascher zu körperlichen Schädigungen führen und auch eine Abhängigkeit kann sich schneller einstellen. Deshalb gilt es, mit dem Älterwerden vorsichtiger mit Alkohol umzugehen.

Ressourcen

Sucht Schweiz hält verschiedene nützliche Informationen bereit, wie mit Alkohol und Medikamenten beim Älterwerden umgegangen werden kann:

Und schliesslich vermittelt die Website Alter und Sucht weitere Informationen zum Thema Alkohol beim Älterwerden.


Auskunft:
Markus Meury
Mediensprecher
mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch
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