Sucht Schweiz – Kompetenter Rat am heissen Draht : Ecstasy-Hotline der SFA: 0800 620 620
Home » Aktuell » Medienmitteilungen » Archiv

Kompetenter Rat am heissen Draht : Ecstasy-Hotline der SFA: 0800 620 620

02. August 2005, 09:15

Am 13. August tanzen sie wieder zu stampfenden Rhythmen rund um das Zürcher Seebecken – die Fans der Street Parade. An der Genfer Lake Parade haben Vergiftungsfälle den Konsum von Designerdrogen und die damit verbundenen Gefahren erneut ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt. Um den Risiken des Drogengebrauchs vorzubeugen, bietet die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) zum achten Mal ihre kostenlose Ecstasy-Beratungshotline an.

In der sommerlichen Hitze der Street Parade fliesst jeweils nicht nur der Schweiss in Strömen, sondern auch der Alkohol – nach wie vor die Partydroge Nummer eins. Daneben gibt es eine ganze Palette von Drogen, deren Gebrauch für viele Street-Parade-Fans zum Feiern mit dazu gehört – vor allem an den Anschlusspartys, an denen oft bis am Nachmittag des folgenden Tages durchgetanzt wird. Die Palette der konsumierten Pillen, Pulver und Flüssigkeiten ist breit: Ecstasy, Speed, Cannabis, Kokain und – erst kürzlich wieder in den Schlagzeilen – GHB.

Vorsicht vor der Droge GHB

Die Droge GHB (Gamma-Hydroxy-Butyrat) ist auch unter dem Namen "liquid ecstasy" bekannt, obwohl es sich chemisch um eine völlig andere Substanz handelt. GHB hat eine euphorisierende, enthemmende und entspannende Wirkung, die je nach Dosierung bis zu Bewusstlosigkeit und Koma führen kann. In Kombination mit Alkohol ist GHB lebensgefährlich, da Alkohol auch schon in kleinen Mengen die atemlähmende Wirkung verstärkt und so den Tod herbeiführen kann. Zuweilen wird anstelle von GHB auch GBL (Gamma-Butyrolacton) angeboten, das eine legale Vorläufersubstanz ist und im Körper in GHB umgewandelt wird. Die Genfer Lake Parade vom 9. Juli machte Schlagzeilen, weil sich rund dreissig Personen mit Vergiftungssymptomen, die stark auf GHB hindeuteten, in ärztliche Behandlung begeben mussten – einige gar in die Intensivstation. Offenbar war ihnen während der Technoparade die Droge ins Getränk gemischt worden. Um sich vor Vergiftungen durch GHB oder GBL zu schützen empfiehlt die Stiftung SFA:

  • Lassen Sie Ihr Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen.
  • Konsumieren Sie kein Getränk, das nicht in Ihrer Gegenwart geöffnet oder ausgeschenkt wurde.
  • Konsumieren Sie keine offenen Getränke, die nicht an offiziellen Verkaufsständen ausgeschenkt oder Ihnen von Unbekannten angeboten werden.

Ecstasy-Hotline: Gratis Beratung rund um die Uhr

Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) bietet dieses Jahr bereits zum achten Mal ihre Ecstasy-Hotline an. Während der Street Parade erteilt das SFA-Beratungsteam unter der Nummer 0800 620 620 kostenlos Auskunft zu Risiken und Wirkungen von Partydrogen: vom Freitag, 12. August, 12 Uhr bis am folgenden Sonntag um 12 Uhr. Die Fachleute der Ecstasy-Hotline gehen rund um die Uhr auf Fragen, Unsicherheiten und Probleme der Anrufenden ein und stehen mit Rat zur Seite. Die erste und wichtigste Botschaft der Präventionsfachleute ist: Drogenkonsum ohne Risiko gibt es nicht! Wer sich gefahrlos ins Partyfieber stürzen will, lässt also die Finger davon. Gerade Personen, die im Rahmen einer Grossveranstaltung versucht sind, Drogen einmal auszuprobieren, sind häufig schlecht über die Wirkungen informiert. Sie setzen sich unter Umständen grossen Gefahren aus. Wer sich trotz der Risiken für den Drogenkonsum entscheidet, sollte unbedingt die schadensmindernden Tipps beherzigen (siehe unten).

Kaum erhärtete Zahlen zum Konsum von Designerdrogen

Zum Konsum von Designer- oder Partydrogen gibt es kaum aktuelle erhärtete Zahlen. Die SMASH-Studie (Swiss Multicenter Adolescent Study on Health) von 2002 zeigte, dass rund 10 Prozent der jungen Männer im Alter von 16 bis 20 Jahren Erfahrung mit Ecstasy oder Speed haben. Bei den Frauen derselben Altersgruppe sind es rund 5 Prozent. Knapp 4 Prozent der Männer und 1,7 Prozent der Frauen konsumieren diese Substanzen monatlich. An Technoanlässen, Partys und in Clubs ist der Konsum von Partydrogen eine unverkennbare Realität, wie Präventionsfachleute von Streetwork Zürich, Prevtech in Lausanne und dem gesamtschweizerisch tätigen Verein Eve and Rave bestätigen, die direkt vor Ort Prävention betreiben. Konsumiert werden neben Alkohol und Tabak Cannabis, Ecstasy, Kokain, Amphetamine und LSD. Gefährlich ist einerseits der weit verbreitete Mischkonsum, denn die Wirkungen und Nebenwirkungen der einzelnen Drogen lassen sich nicht einfach addieren, sondern sind unkalkulierbar. Gefährlich sind andererseits aber auch sehr hoch dosierte Substanzen. So tauchten in Pillentests, welche Streetwork Zürich sowie der private Verein Eve and Rave in den letzten Monaten durchführten, extrem hoch dosierte Ecstasy-Pillen (MDMA) und solche mit Methamphetaminen auf. Auch Kokain gehört immer häufiger zum Repertoire der Partydrogenkonsumenten. Die SFA hat aus aktuellem Anlass die Informationsbroschüre Kokain neu überarbeitet, welche die Informationen zu Partydrogen (Ecstasy und safer dancing) ergänzt. Diese und weitere Informationsmaterialien zu allen wichtigen Substanzen können bei der SFA bestellt oder im Internet als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Partydrogen: die wichtigsten Regeln, um Gesundheitsrisiken zu vermindern:

  • Drogenkonsum ohne Risiko gibt es nicht! Wer auf Nummer Sicher gehen will, verzichtet auf Drogen.
  • Keine Substanzen mischen! Die Wirkungen addieren sich in der Regel nicht einfach, sondern sind unabsehbar.
  • Farbe und Logo der Pillen lassen keine Rückschlüsse auf den Inhalt und die Qualität zu. Wer trotzdem schluckt, soll zunächst nur eine halbe Pille nehmen und die Wirkung 1-2 Stunden abwarten.
  • Nicht zu früh nachdosieren! Zuerst die Wirkung abwarten.
  • Nie alleine konsumieren! Einen Freund oder eine Bekannte über die konsumierten Substanzen informieren – insbesondere wenn Drogen gemischt wurden. Ein "Trip-Sitter" kann im Notfall Hilfe holen.
  • Viel Alkoholfreies trinken! Musik, Light-Show und Ecstasy können zu einem Trancezustand führen: Tanzen und Schwitzen trocknen den Körper aus.
  • Sich nach dem Drogenkonsum nicht ans Steuer, aufs Motorrad oder Fahrrad setzen! Die Fahrtüchtigkeit ist eingeschränkt. Seit Januar 2005 gilt zudem das revidierte Strassenverkehrsgesetz: das heisst Nulltoleranz für Fahren unter Drogeneinfluss.
  • Chill-out! Wenn die Wirkung der Droge abklingt, sind Ruhe und Entspannung angesagt – und nicht das nächste Aufputschmittel!
  • Ausserdem: Konsum, Erwerb und Besitz der meisten Drogen sind strafbar.
Seite druckenRSSYouTube

Mediensprecher

Monique Portner-Helfer
mportner-helfer@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch

Tel: 021 321 29 74
Montag, (Dienstag), Mittwoch


Markus Meury
mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch

Tel: 021 321 29 63
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag

Aktueller Newsletter

Die neueste Ausgabe lesen: Neue Website mit anleitenden Videos bietet Unterstützung für Angehörige von Suchtkranken

 
.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print