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Winterlicher Husten: Zwischen Brusttee und Notfallmedizin

14. Januar 2000, 23:30

Auch der erste Winter im neuen Jahrtausend wird wieder von zahlreichen, mehr oder weniger unangenehmen gesundheitlichen Problemen begleitet sein, welche die Atemwege in Mitleidenschaft ziehen. Eine triefende Nase oder ein kratzender Hals sind zwar unangenehm, aber an sich nicht gefährlich. Hohes Fieber oder ein hartnäckiger Husten, der Tage oder Wochen dauert, müssen schon ernster genommen werden. Und wenn der gesamte gesundheitliche Zustand sich verschlechtert oder wenn plötzlich Atemnot auftritt, muss sofort etwas unternommen werden. Eine einfache Erkältung könnte sich sonst zu einer Lungenentzündung komplizieren.

 

 

Die meisten winterlichen Atemwegsbeschwerden werden durch Viren verursacht, die nach einigen Tagen von selbst wieder verschwinden. Da die Viren gegen Antibiotika unempfindlich sind, bringt es nichts, sich sofort vom Hausarzt Medikamente verschreiben zu lassen. Gänzlich abzuraten ist vom Gebrauch von in der Hausapotheke übrig gebliebenen Antibiotikatabletten, welche möglicherweise Jahre zuvor der Grossmutter wegen einer anderen Erkrankung verschrieben worden waren. Unkontrollierter Gebrauch von Antibiotika kann zur Bildung von resistenten Bakterienherden führen, die später einmal schwierig zu behandeln sein werden. Treten im Anschluss an eine Viruskrankheit bakterielle Zweitinfektionen auf (wie z. B. eine Lungenentzündung), ist die Antibiotikabehandlung allerdings nützlich oder sogar unentbehrlich. Dies gilt besonders für ältere Personen, Diabetiker oder chronisch Lungenkranke.

Geduld bei einfacher Grippe und sonst gutem Allgemeinzustand

Eine einfache Grippe bei einer sonst gesunden Person klingt im Allgemeinen nach einigen Tagen wieder ab. Fieber und Gliederschmerzen können mit entzündungshemmenden Medikamenten gelindert werden. Diese Medikamente sind in den Apotheken rezeptfrei erhältlich. Der Husten muss beruhigt werden, vor allem wenn er als lästig empfunden wird oder gar den Schlaf stört. Da der Husten häufig durch eine Reizung der Nase oder des Rachens verursacht wird, ist eine Nasenspülung mit Salzlösung oder sterilem Meerwasser viel wirksamer als Hustensirup. Bei einfachen Fällen ist ein Arztbesuch nur notwendig, wenn der Kranke beunruhigt ist; der natürlicher Verlauf der Krankheit wird dadurch aber nicht beeinflusst. Die einzige Behandlung, welche ein Arzt nicht verschreiben kann, ist Geduld, damit die Natur ihrer Sache walten kann.

Medizinische Behandlung bei Lungenentzündung

Anzeichen einer Lungenentzündung sind andauerndes Fieber, ein sich rasch verschlechternder Allgemeinzustand, vor allem eine Trübung des Bewusstseins, erhöhte Puls- und Atemfrequenz und (eventuell von Auswurf begleiteter) Husten. Lungenentzündungen treten häufiger während Grippe-Epidemien auf, wo sie eine bekannte Komplikation darstellen. In diesem Fall ist eine medizinische Untersuchung und Behandlung unumgänglich. Anhaltende Kopfschmerzen und erschwerte Nasenatmung können auf eine Stirnhöhlenentzündung hinweisen. Eine medizinische Kontrolle und entsprechende Behandlung sind dann ebenfalls unausweichlich. Die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten mit Lungenentzündungen kann zu Hause behandelt werden, sofern der Zustand stabil bleibt und eine Betreuung gewährleistet ist. Etwa zehn Prozent der Erkrankten muss hospitalisiert werden, im Allgemeinen wegen schwerwiegender Störungen des Allgemeinzustandes oder bei Atemproblemen.  

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