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1600 Personen sterben wegen Alkoholkonsum

01. Juli 2013, 11:00

Sucht Schweiz hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit eine Studie zur alkoholbedingten Mortalität in der Schweiz durchgeführt, wobei die Situation zwischen 1997 und 2011 untersucht wurde. Die Studie zeigt: Jeder 12. Todesfall ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen.

Im Jahr 2011 sind dies 1600 Tote (1181 Männer und 419 Frauen) im Alter von 15 bis 74 Jahren, drei von fünf dieser Todesfälle sind bedingt durch chronisch starken Alkoholkonsum.

Alkoholkonsum stellt ein bedeutendes Risiko für Krankheiten und frühzeitige Todesfälle dar. Die Schweiz weist einen Alkoholkonsum auf, der mehr als 50% über dem globalen Durchschnitt liegt, entsprechend fällt die alkoholbedingte Mortalität hoch aus.

Krebskrankheiten, Unfälle und Verletzungen sowie Leberzirrhosen machen den Grossteil der alkoholbedingten Todesfälle aus. Die Art der Todesursachen verändert sich im Verlauf des Alters. Bei jungen Erwachsenen sind es primär Unfälle und Verletzungen, während im mittleren Erwachsenenalter vermehrt Krankheiten des Verdauungssystems und später auch Krebsarten hinzukommen.

Der relative Anteil der alkoholbedingten Todesfälle an allen Todesfällen ist am grössten bei den jungen Erwachsenen, hingegen steigt die absolute Anzahl der alkoholbedingten Todesfälle mit dem Alter an. Insgesamt gingen 2011 42‘627 Lebensjahre (Männer: 30‘880, Frauen 11‘747) aufgrund von vorzeitigen Todesfällen in der Altersgruppe der 15-74 Jährigen durch Alkohol verloren.

Seit 1997 ist der Pro-Kopf-Alkoholkonsum stetig zurückgegangen. Da es auch keine Anzeichen für eine Zunahme beim Rauschtrinken gab, ist es nicht überraschend, dass die alkoholbedingten Todesfälle auch eher rückläufig sind. Dieser Trend ist allerdings auf Männer beschränkt, bei Frauen ist kein Rückgang feststellbar. Die absolute Zahl der alkoholbedingten Todesfälle bei Frauen stieg zwischen 1997 und 2011 um über 20% an.

Es sollten laut Studienautoren deshalb Massnahmen implementiert werden, um den insgesamt positiven Trend weiter zu fördern, wobei die beunruhigende Entwicklung bei den Frauen besonders beachtet werden muss. Präventive Massnahmen sollten daher nicht nur universell die Allgemeinheit betreffen, sondern sich auch selektiv an stark Alkoholkonsumierende richten. Dies schliesst die ausreichende Bereitstellung von Behandlungsmöglichkeiten ein.

Der Bericht zur Studie « Alcohol-attributable mortality in Switzerland between 1997 and 2011“ ist online verfügbar.

Grafiken und Tabellen zur Studie in unserer Rubrik Infos & Fakten.

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