Sucht Schweiz – Hilfe für Kinder alkoholkranker Eltern
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Hilfe für Kinder alkoholkranker Eltern

27. Oktober 2014, 10:00

Das Bilderbuch "Boby der Hund"

In der Schweiz sind mehrere zehntausend Mädchen und Jungen von der Alkoholabhängigkeit ihrer Eltern betroffen. Meist leiden sie im Stillen. Mit einer Kampagne am Postschalter macht Sucht Schweiz auf ihre schwierige Situation aufmerksam. Denn Sucht Schweiz schafft und fördert Angebote, welche Kinder und Eltern unterstützen.

Boby gibt diesen Kindern eine Stimme: Der kleine Hund aus dem gleichnamigen Kinderbuch von Sucht Schweiz ist das Maskottchen für Kinder alkoholkranker Eltern. Ab heute wird er als Plüschtier an den Postschaltern abgegeben, um die Bevölkerung für die Situation dieser Kinder zu sensibilisieren und um Spenden zu bitten. Die Aktion am Schalter mittelgrosser und grosser Postfilialen in der ganzen Schweiz dauert zwei Wochen.

Zehntausende betroffen

In der Schweiz wachsen mehrere zehntausend Kinder mit einem alkoholkranken Elternteil auf. Das Familienleben ist häufig geprägt von Spannungen und Instabilität. Wenn Mami oder Papi trinkt, dreht sich zu Hause fast alles um den Alkohol. Oft fehlt es an Verlässlichkeit und Geborgenheit. Die Kinder übernehmen viel zu früh Verantwortung. Sie versuchen, die Eltern zu entlasten und fühlen sich gleichzeitig ohnmächtig und einsam. So auch die 9-jährige Tina: " Ich versuche immer die Flaschen zu verstecken damit meine Mami nicht so betrunken wird. Aber ich finde sie nie alle und deshalb ist meine Mami doch immer betrunken.» Viele dieser Kinder glauben, selbst am Alkoholproblem ihrer Mama oder ihres Papas schuld zu sein. Sie leiden auch darunter, dass innerhalb und ausserhalb der Familie das Problem verschwiegen wird. Diese Kinder sind öfters Zeuge oder Opfer von Gewalt und Aggression.

Teufelskreis durchbrechen

Verschiedene Studien zeigen, dass Kinder alkoholkranker Eltern ein sechs Mal höheres Risiko für eine spätere Suchterkrankung oder andere psychische Probleme haben. Mit Förderung und Unterstützung sind sie aber in der Lage, eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln. Es ist daher sehr wichtig, den Kindern und deren Eltern frühzeitig Hilfe anzubieten - dafür setzt sich Sucht Schweiz seit langem ein. Zum Engagement zählen die Unterstützung von Gesprächsgruppen, in denen sich Kinder austauschen können oder die Webseite mamatrinkt.ch / papatrinkt.ch mit einem Forum für Kinder und Jugendliche. Zudem bietet Sucht Schweiz diverses Informationsmaterial für Fachleute wie auch für Betroffene an. Dazu kommen Schulungen für Fachpersonen aus dem Sozialbereich, aus Bildung und Gesundheit, damit sie betroffene Jungen und Mädchen besser erkennen und bei Bedarf an Hilfsangebote verweisen können. Die nächste Schulung findet gerade am kommenden 6. und 7. November in Aarau statt.

Sucht Schweiz will das Schweigen brechen

Sich einzugestehen, mit dem Alkoholproblem nicht nur sich selber, sondern auch seinem Kind Leid zuzufügen, ist doppelt schwierig. Scham- und Schuldgefühle erschweren es Eltern, ihre Überforderung mitzuteilen. Die schwierige Situation zu Hause bleibt ein Familiengeheimnis. Tatsache ist aber, dass schon kleine Kinder Spannungen wahr-nehmen. Sie können die schwierige Situation häufig nicht verstehen, leiden aber umso mehr darunter. Öffentlich darüber zu sprechen, tut daher Not. Eine sensibilisierte Öffentlichkeit erleichtert es Eltern, die Sucht als Krankheit anzunehmen und Hilfe für sich und ihre Kinder zu holen.

Engagement für alkoholbelastete Familien

Sucht Schweiz setzt sich gezielt für betroffene Kinder und Eltern ein: 

  • Sensibilisierung und Schulung: Sucht Schweiz führt Schulungen für Suchtpräventions- und Suchtberatungsstellen sowie für weitere Fachpersonen durch, damit diese gefährdete Kinder aus suchtbelasteten Familien erkennen und sie an bestehende Hilfsangebote verweisen können. Die nächste Schulung findet am 6./7. November in Aarau statt. Zu den Angeboten für Fachleute zählt eine nationale Austausch- und Weiterbildungsplattform. Mehr dazu.

  •  "Boby, der Hund": Das Bilderbuch für 5- bis 8-jährige Kinder zeigt ihnen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind und Hilfe möglich ist. Es wird von Erziehenden eingesetzt und ermöglicht den Kindern, Distanz zu ihrem Erleben zu gewinnen und sich darüber auszudrücken. Hier bestellen.

  • "www.mamatrinkt.ch / www.papatrinkt.ch" : Die Websites für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren liefert Informationen über Alkoholabhängigkeit, Adressen von Unterstützungsangeboten sowie Erfahrungsberichte. Zudem können sich Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen in einem Forum austauschen.

  • "Eltern vor allem – Eltern trotz allem": Die Broschüre zeigt Eltern, wie sie ihrem Kind helfen können, wenn in der Familie ein Alkoholproblem besteht. Ende 2015 soll eine entsprechende Website aufgeschaltet werden, die auch kantonale Hilfsangebote enthält. Zum Downloaden.

  • Kinder aus alkoholbelasteten Familien: Die Broschüre vermittelt Bezugspersonen und weiteren Personen aus dem Umfeld die besondere Situation von Kindern alkoholkranker Eltern, sie gibt Ratschläge und Verhaltenstipps. Bestellung oder Download.


Auskunft:
Monique Portner-Helfer
Mediensprecherin
mportner-helfer@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch 
Tel.: 021 321 29 74

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