Abhängigkeit
Eine Abhängigkeit entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich in der Regel über eine längere Zeit hinweg. Beim Alkoholkonsum kann die Abhängigkeit zum Beispiel schleichend über Jahre bis Jahrzehnte hinweg entstehen.
Die Übergänge zwischen einem risikoarmen Konsum, einem problematischem Konsum und einer Abhängigkeit sind fliessend: Es gibt keine bestimmte Konsummenge, welche die Abhängigkeit definiert. Ob ein Konsum problematisch ist, hängt auch davon ab, welche Bedeutung die Substanz (z.B. Alkohol) im Leben der betroffene Person hat und mit welchen Erwartungen sie diese konsumiert.
Nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) liegt dann eine Abhängigkeit vor, wenn drei oder mehr der folgenden Kriterien zutreffen über einen Zeitraum von einem Jahr:
Folgende Kriterien deuten auf eine Abhängigkeit hin:
- Starker innerer Zwang zu konsumieren.
- Schwierigkeiten den Konsum zu kontrollieren
- Erhöhung der Konsummenge, um die selbe Wirkung zu erzielen (Toleranzbildung)
- Entzugssymptome, wenn der Konsum gestoppt oder reduziert wird
- Vernachlässigung anderer Interessen, der Konsum steht im Zentrum
- Trotz Wissen um bereits vorliegende Gesundheitsschäden wird weiter konsumiert
Die Diagnose einer Abhängigkeit kann nur eine Fachperson (Arzt/Ärztin, PsychologIn, SozialarbeiterIn etc.) mit entsprechender Fachausbildung stellen.
Ich will mit kiffen aufhören
Guten Tag,
Es ist gut, dass Sie sich über Ihren Cannabiskonsum Gedanken machen und ein erster wichtiger Schritt in Richtung Veränderung. Sie möchten immer mal wieder mit dem Kiffen aufhören und erkundigen sich nach der möglichen Dauer einer Suchtberatung für Sie.
Die Konsummenge, welche Sie angeben, ist sehr hoch. Ein täglicher Konsum in dieser Menge ist bestimmt problematisch. Je mehr und häufiger jemand konsumiert, desto grösser sind auch die Risiken, z.B. abhängig zu werden oder für eine Schädigung der Atmungsorgane. Die Tatsache, dass Sie bereits mehrere Jahre kiffen und auch schon versucht haben, aufzuhören und gescheitert sind, zeigt, dass es für Sie durchaus empfehlenswert wäre, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beraterinnen von Suchtfachstellen können Ihnen eine Unterstützung sein, Ihre Situation zu verändern und Ihren Cannabiskonsum zu reduzieren oder vollständig aufzugeben. Welche Unterstützung für Sie die Richtige ist und wie lange eine solche dauern wird, ist sehr individuell und aus diesem Grund kann ich Ihnen auch nicht sagen, wie lange dies bei Ihnen dauern wird. Wichtig ist, dass Sie selbst dies wollen, den ersten Schritt machen und sich an eine Suchtberatung wenden, um gemeinsam mit einer Fachperson herauszufinden, welche Form von Unterstützung Sie benötigen.
Es gibt regionale Stellen, welche meist kostenlos beraten und die Berater und Beraterinnen unterstehen der Schweigepflicht. Sie können uns gerne kontaktieren, damit wir Adressen für Sie heraussuchen (Tel. 021 321 29 76).
Ich wünsche Ihnen alles Gute! Melden Sie sich jederzeit wieder, falls Sie noch weitere Fragen haben.
