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Soziale Kosten des Tabakkonsums

Unter dem Begriff "soziale Kosten" werden die Kosten zusammengefasst, die von der gesamten Gesellschaft getragen werden. Sie setzen sich aus den direkten, den indirekten und den immateriellen Kosten zusammen:

  • Die direkten Kosten sind die Kosten für medizinische Behandlungen, die den Folgen des Tabakkonsums zugeschrieben werden können. Nicht berücksichtigt wurden die direkten Kosten in Form von Ausgaben für Forschung, Prävention, Produktion und Distribution von Tabak sowie für materielle Schäden, die durch das Rauchen entstehen (z.B. Brände).
  • Die direkten Kosten werden auf 1.5 Milliarden Franken geschätzt (Zahlen 2000).
  • Die indirekten Kosten umfassen die Produktionsausfälle durch tabakbedingte Krankheiten, Todesfälle und Invalidität. Sie werden auf 4.0 Milliarden Franken geschätzt (Zahlen 2000).
  • Die immateriellen Kosten beziehen sich auf den Verlust von Lebensqualität, z.B. infolge physischer und psychischer Leiden oder infolge der Veränderungen der Lebensgewohnheiten der betroffenen Personen und ihrer Angehörigen. Nicht einbezogen sind die Auswirkungen des Passivrauchens. Die immateriellen Kosten werden auf 5.2 Milliarden Franken geschätzt (Zahlen 2000).

Insgesamt werden die sozialen Kosten des Tabakkonsums in der Schweiz auf 10.7 Milliarden Franken jährlich geschätzt. Diese Kosten tragen die Raucherinnen und Raucher zum grössten Teil selbst, da sie durch die erhobene Tabaksteuer die Rentensysteme mitfinanzieren. Gleichzeitig profitieren sie durch die durchschnittlich niedrigere Lebenserwartung weniger von denselben. Würden jedoch weitere Aspekte in die Rechnung miteinbezogen (z.B. die Auswirkungen des Passivrauchens), würde der Anteil selbstgetragener Kosten sinken.

Die sozialen Kosten des Rauchens sind, verglichen mit den Kosten für Alkoholmissbrauch und dem Konsum illegaler Drogen, am höchsten. Dies deshalb, weil die Zahl der Konsumierenden mit knapp zwei Millionen Raucherinnen und Rauchern sehr hoch ist. Zwar ist Alkohol in unserer Gesellschaft die am meisten verbreitete psychoaktive Substanz, aber bei der Schätzung der sozialen Kosten des Alkoholkonsums wurden nur die Folgen des chronischen Risikokonsums berücksichtigt. Die Folgen des so genannten Rauschtrinkens (Unfälle, Gewalt etc.) flossen nur am Rande mit ein.

Quellen: Jeanrenaud, Claude et al. (1998). Le coût social de la consommation de tabac en Suisse. Jeanrenaud, Claude et al. (2005). Le coût social de la consommation de drogues illégales en Suisse. Abschlussbericht.

Vergleich der sozialen Kosten des Konsums von Tabak, Alkohol und illegalen Drogen
Vergleich der sozialen Kosten des Konsums von Tabak, Alkohol und illegalen Drogen

Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten

Auf der Grundlage der Daten zum Passivrauchen aus dem Jahr 2006 (Krebs et al. 2007) berechnete eine Studie die durch Passivrauchen verursachten Gesundheitskosten. Ihr zufolge führt Passivrauchen in öffentlich zugänglichen Innenräumen und am Arbeitsplatz jedes Jahr zu 70'000 Spitaltagen und 3'000 verlorenen Lebensjahren. Dies verursacht in der Schweiz jährliche Gesundheitskosten von mindestens 420 Mio. Franken. Davon sind 45% auf passivrauchbedingte Herzinfarkte und 29% auf Lungenkrebsfälle zurückzuführen.

Zusätzlich zu den Kosten aufgrund des Passivrauchens in öffentlichen Innenräumen verursachte die Passivrauchexposition in privaten Innenräumen im Jahr 2006 volkswirtschaftliche Gesundheitskosten von 109 Mio CHF.
In der Studie wurden sowohl die materiellen als auch die immateriellen Kosten berechnet. Letztere umfassen den Verlust an Wohlbefinden, Schmerz und Leid.
Quelle: Hauri D, Lieb C, Kooijman C, Wenk S, van Nieuwkoop R, Sommer H, Röösli M. (2009). Gesundheitskosten des Passivrauchens in der Schweiz.

Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten in öffentlich zugänglichen Innenräumen in Mio. Franken (Jahr 2006)
Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten in öffentlich zugänglichen Innenräumen in Mio. Franken (Jahr 2006)
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Infoblatt

Gesetz zum Rauchverbot in öffentlichen Räumen (Kanton Waadt):
Einige Monate nach der Einführung des Rauchverbotes in öffentlichen Räumen wurde eine Evalutation über die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt.
Evaluation du degré de respect de l’interdiction de fumer dans les cafés et restaurants du canton de Vaud (2010) (auf französisch).

Weiterführende Informationen

zum Tabakkonsum in der Schweiz finden Sie ausserdem im Suchtmonitoring Schweiz des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das Forschungsprojekt, mit dessen Durchführung unter anderem Sucht Schweiz beauftragt wurde, hat zum Ziel, repräsentative Daten der Schweizer Wohnbevölkerung zum Thema Sucht und Konsum psychoaktiver Substanzen zusammenzutragen.

 
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