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Folgen des Passivrauchens

Passivrauchen bedeutet das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch. Der gesundheitsschädigende Passivrauch wird auf zweierlei Arten eingeatmet: sowohl als Seitenstromrauch der brennenden Zigarette, wie auch als Hauptstromrauch, der von rauchenden Personen ausgeatmet wird. Der Seitenstromrauch wie der Hauptstromrauch enthalten krebserregende Stoffe. Wie beim aktiven Rauchen gelangen auch beim passiven Rauchen die Gifte des Tabakrauchs über Lunge und Blutbahnen in den ganzen Körper.

In der im Jahr 2010/2011 im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit vom psychologischen Institut der Universität Zürich durchgeführten Umfrage zum Tabakkonsum zeigt sich, dass die Passivrauchexposition an verschiedenen Orten gesunken ist: in Gaststätten war eine starke Abnahme zu verzeichnen, und auch im privaten (Wohn)Bereich ist die Tendenz sinkend.
Auch wenn die Werte im Vergleich zum Vorjahr niedriger waren: 29% der 14- bis 65-jährigen Besucherinnen und Besucher waren in Theater- und Kinofoyers noch dem Rauch anderer ausgesetzt, 48% der Nichtrauchenden und 13% der Rauchenden fühlten sich dadurch stark belästigt. Diskotheken und Clubs sind Orte mit der höchsten Passivrauchexposition: 48% der befragten 14- bis 34-Jährigen waren fremdem Rauch ausgesetzt.
Was den Arbeitsplatz angeht, lässt sich eine Verbesserung in punkto Passivrauchen seit dem Zeitpunkt der ersten Erhebung 2001/02 feststellen, da in immer mehr Betrieben ein allgemeines Rauchverbot, bzw. spezielle Rauchzonen herrschen. Während der ersten Erhebung lag der Anteil dieser Betriebe gesamtschweizerisch bei 58%, im Jahr 2010 ist er auf 85% angestiegen.
Der Anteil erwerbstätiger Personen, welche am Arbeitsplatz – auch während der Pausen – dem Rauch ihrer Kolleginnen und Kollegen ausgesetzt sind, ist von 54% (Erhebung 2001/02) auf 28% im Jahr 2010 gesunken. Seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen vom
1. Mai 2010 hat das Wissen über die gesetzlichen Bestimmungen zum Thema zugenommen: 68% der befragten Frauen und Männer bejahten dahingehend eine Verpflichtung des Arbeitgebers (62% im Jahr 2009).
Die wiederholten Diskussionen und die Aufklärungsarbeit der letzten Jahre betreffend der Schädlichkeit des Rauchens und des Passivrauchens haben sicherlich mit dazu beigetragen, dass sich das Bewusstsein der Bevölkerung um die Risiken des Rauchens und Passivrauchens seit längerem auf einem hohen Niveau befindet: 98% waren im Jahr 2010 denn auch der Meinung, dass regelmässiges Passivrauchen insbesondere Kindern schadet, 89% der Befragten meinten, dass es dazu beiträgt, für Asthma und Bronchitis anfällig zu werden und 80%, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um 25% höher ist.
Quelle: Krebs et al (2011). Universität Zürich. Passivrauchen in der Schweizer Bevölkerung 2010. Zusammenfassung des Passivrauchberichts 2011. Tabakmonitoring – Schweizerische Umfrage zum Tabakkonsum

Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten

Auf der Grundlage der Daten zum Passivrauchen aus dem Jahr 2006 (Krebs et al. 2007) berechnete eine Studie die durch Passivrauchen verursachten Gesundheitskosten. Ihr zufolge führt Passivrauchen in öffentlich zugänglichen Innenräumen und am Arbeitsplatz jedes Jahr zu 70'000 Spitaltagen und 3'000 verlorenen Lebensjahren. Dies verursacht in der Schweiz jährliche Gesundheitskosten von mindestens 420 Mio. Franken. Davon sind 45% auf passivrauchbedingte Herzinfarkte und 29% auf Lungenkrebsfälle zurückzuführen.

Zusätzlich zu den Kosten aufgrund des Passivrauchens in öffentlichen Innenräumen verursachte die Passivrauchexposition in privaten Innenräumen im Jahr 2006 volkswirtschaftliche Gesundheitskosten von 109 Mio CHF.
In der Studie wurden sowohl die materiellen als auch die immateriellen Kosten berechnet. Letztere umfassen den Verlust an Wohlbefinden, Schmerz und Leid.
Quelle: Hauri D, Lieb C, Kooijman C, Wenk S, van Nieuwkoop R, Sommer H, Röösli M. (2009). Gesundheitskosten des Passivrauchens in der Schweiz.

Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten in öffentlich zugänglichen Innenräumen in Mio. Franken (Jahr 2006)
Durch Passivrauchen verursachte Gesundheitskosten in öffentlich zugänglichen Innenräumen in Mio. Franken (Jahr 2006)
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