Folgen

Mehr und mehr zeigt sich, dass die Nutzung neuer Medien auch zu Problemen führen kann. Vor allem bestimmte Angebote des Internets haben ein besonderes Potenzial, Nutzer/-innen sehr stark an sich zu binden.

Im psychosozialen Bereich zeigt sich problematisches Verhalten in Form eines Kontrollverlustes mit negativen Auswirkungen auf soziale Beziehungen, Freizeitverhalten und Leistungen in Beruf und Schule. Vor allem drei Bereiche sind bekannt, die ein Suchtpotenzial aufweisen: 

  • Online-Games (betroffen sind vor allem männliche Jugendliche)
  • Online-Kommunikation (zum Beispiel Chats, betroffen sind besonders Frauen)
  • Konsum von Sex- und Pornoseiten (der Anteil jüngerer Männer scheint hier besonders hoch zu sein)

Risiken der exzessiven Nutzung

Eine exzessive Beschäftigung mit Internetangeboten kann zu verschiedenen Problemen führen. Wie bei anderen Tätigkeiten gilt auch hier:

Je mehr Zeit die Beschäftigung mit Internetangeboten in Anspruch nimmt, desto weniger Zeit bleibt für andere Lebensbereiche. So bestehen zum Beispiel Risiken für soziale Beziehungen, für die Entwicklung sozialer Kompetenzen oder für die schulische/berufliche Leistungsfähigkeit. Bei einigen Nutzungsformen kann es auch zu beträchtlichen finanziellen Problemen kommen.

Auch die körperliche Gesundheit wird mitunter beeinträchtigt, so können sich zum Beispiel Haltungsschäden, Probleme wegen gestörten Essverhaltens, Kopfschmerzen und Sehschwierigkeiten entwickeln.

Es kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Wie bei jeder anderen Abhängigkeit ist der Übergang von problemfreier Nutzung zu problematischer Nutzung und Abhängigkeit fliessend.

Jugendliche sind speziell gefährdet, eine Abhängigkeit zu entwickeln, weil bei ihnen das für die Regulierung von Verhalten und Emotionen zuständige Stirnhirn noch nicht vollständig entwickelt ist. Sie können sich daher schlechter disziplinieren und brauchen deshalb die Unterstützung von Erziehenden.

Auch Inhalte haben einen Einfluss auf die Nutzenden und können ein Risiko darstellen. Dies gilt zum Beispiel für jugendgefährdende Inhalte, welche die soziale und psychosexuelle Entwicklung negativ beeinflussen können.

Definition Onlinesucht

Es gibt bisher keinen generell anerkannten Begriff um das Problem der Abhängigkeit von Nutzungsformen des Internets zu bezeichnen. Benutzt werden zum Beispiel «pathologischer Internetgebrauch», «Internetsucht» oder auch «Onlinesucht».

Der Begriff «Onlinesucht» eignet sich gut, um zu betonen, dass die ständige Verknüpfung mit dem Netz ein wichtiger Aspekt der Abhängigkeit ist. Onlinesucht ist eine nicht-stoffgebundene Abhängigkeit, das heisst, es werden keine psychoaktiven Substanzen eingenommen. Der Effekt entsteht durch körpereigene biochemische Veränderungen, die durch ein exzessives Verhalten ausgelöst werden.

Aufgrund der Erfahrungen in der (klinischen) Praxis wird der Suchtbegriff zunehmend akzeptiert. Die anerkannten Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) führen die Onlinesucht bisher nicht als eigenständige Störung auf.

Charakteristisch für eine Onlinesucht sind ein starkes Verlangen, das Internet zu ge- brauchen, ein Kontrollverlust über den Gebrauch, eine zeitliche Steigerung der Nutzung, eine Einengung der Interessen auf das Internet, Symptome wie z.B. Nervosität, wenn das Internet nicht benutzt wird, (Entzugserscheinungen) und ein anhaltender Gebrauch trotz schädlicher Folgen. Nicht alle dieser Anzeichen müssen vorliegen, damit man von einer Onlinesucht spricht.

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