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Einnahme von Schlaf-, Beruhigungs- und starken Schmerzmitteln

Laut den Daten der CoRolAR-Befragung des Suchmonitoring Schweiz hatten 8.5% der Schweizer Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in den letzten 30 Tagen vor der Befragung im Jahr 2013 zumindest einmal ein starkes Schmerzmittel (stärkere als z.B. Aspirin oder Paracetamol) eingenommen, der Anteil der Männer belief sich auf 6.9%, derjenige der Frauen auf 10%.
6.7%, hatten in der gleichen Zeitdauer zumindest einmal ein Schlaf- und/oder Beruhigungsmittel angewandt, der Anteil, der Männer lag bei 4.9%, derjenige der Frauen bei 8.5%.
Die Erkenntnisse belegen, dass mit zunehmendem Alter ein konstanter Anstieg der Schlaf-  und Beruhigungsmitteleinnahme sowie der Schmerzmitteleinnahme zu verzeichnen ist.

In der Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen haben nur 0.2 % von einem täglichen oder fast täglichen Gebrauch starker Schmerzmittel und 0.4% von einem täglichen oder fast täglichen Gebrauch eines Schlaf- und/oder Beruhigungsmittels berichtet, während  ab dem Alter von 75 Jahren 8.5% der Personen dieser Altersgruppe in den letzten 30 Tagen vor der Befragung täglich oder fast täglich (an 20 Tagen und mehr) ein starkes Schmerzmittel und 13.8% täglich oder fast täglich (an 20 Tagen und mehr) ein Schlaf- und Beruhigungsmittel eingenommen hatten.

Unterschiede gibt es auch in Bezug auf die verschiedenen Landesteile: in der französischsprachigen Schweiz war die Häufigkeit der Einnahme von starken Schmerzmitteln höher als im deutschsprachigen Raum und in der italienischsprachigen Schweiz (Einnahme während der letzten 30 Tage: Westschweiz: 10.6%; Deutschschweiz: 7.8%; italienischsprachige Schweiz: 8.4%), die sprachregionalen Unterschiede in Bezug auf Schlaf- und Beruhigungsmittel waren etwas anders gelagert: in der italienischsprachigen Region war die Häufigkeit der Einnahme höher als im deutschsprachigen Raum und in der Romandie. (Einnahme während der letzten 30 Tage: Deutschschweiz: 5.6%, Westschweiz: 9.6%; italienischsprachige Schweiz: 10.3%).

Gemäss den Ergebnissen der CoRolAR-Befragung des Suchmonitoring Schweiz haben 8,5% der Befragten, welche angaben, täglich oder fast täglich in den letzten 30 Tagen vor der Befragung Schlaf- und/oder Beruhigungsmittel eingenommen zu haben, dies über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr getan.
Eine länger andauernde, regelmässige Einnahme bestimmter Schlaf- und Beruhigungsmittel (vor allem Benzodiazepine) kann - auch bei geringen Dosen - zur Entwicklung einer Abhängigkeit führen.
Quelle: Gmel Gerhard, Notari Luca, Christiane Gmel (2015). Suchtmonitoring Schweiz: Einnahme von psychoaktiven und anderen Medikamenten in der Schweiz im Jahr 2013. Sucht Schweiz, Lausanne

Anteil der starke Schmerzmittel Einnehmenden, während der letzten 30 Tage, nach Alter (CoRolAR 2013)
Anteil der starke Schmerzmittel Einnehmenden, während der letzten 30 Tage, nach Alter (CoRolAR 2013)
Anteil der Schlaf- und Beruhigungsmittel Einnehmenden, während der letzten 30 Tage, nach Alter (CoRolAR 2013)
Anteil der Schlaf- und Beruhigungsmittel Einnehmenden, während der letzten 30 Tage, nach Alter (CoRolAR 2013)
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Weiterführende Informationen

zur Einnahme von Medikamenten in der Schweiz finden Sie ausserdem im Suchtmonitoring Schweiz des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das Forschungsprojekt, mit dessen Durchführung unter anderem Sucht Schweiz beauftragt wurde, hat zum Ziel, repräsentative Daten der Schweizer Wohnbevölkerung zum Thema Sucht und Konsum psychoaktiver Substanzen zusammenzutragen.

Forschungsberichte

 
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