Exzessive Nutzung von Glücksspielen

Wer Glücksspielangebote exzessiv nutzt, geht verschiedene Risiken ein und muss mit Folgeproblemen für seine psychische und körperliche Gesundheit sowie für seine soziale und finanzielle Situation rechnen.

Mögliche psychische und physische Folgen:

  • Konzentrations- und Leistungsstörungen, Unruhe, Schlaflosigkeit
  • depressive Verstimmung, Ängste
  • Persönlichkeitsveränderungen (z.B. Verlust des Realitätssinns oder der Interessen für andere Themen)
  • Entwicklung einer Abhängigkeit
  • steigender Konsum von Alkohol, Tabak und Medikamenten mit entsprechendem Abhängigkeitsrisiko
  • erhöhtes Suizidrisiko
  • Appetitlosigkeit
  • Schweissausbrüche, Zittern, motorische Unruhe
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • sexuelle Störungen

Mögliche soziale und finanzielle Folgen:

  • Belastende finanzielle Situation bis hin zur Verschuldung
  • Beschaffungskriminalität
  • soziale Isolation
  • negative Auswirkungen auf Partnerschaft, Familie, Arbeit

Pathologisches Spielen und Abhängigkeit

Glücksspielsucht ist eine nicht stoffgebundene Sucht. Das heisst, es werden keine psychoaktiven Substanzen eingenommen. Das exzessive Verhalten löst körpereigene biochemische Veränderungen aus, welche das psychische Befinden beeinflussen und dazu beitragen, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt. 

In den medizinischen Klassifikationssystemen wird das pathologische (krankhafte) Glücksspielverhalten unter dem Kapitel der Impulskontrollstörungen aufgeführt. Es wird definiert als Verhalten, das nicht kontrolliert werden kann und in häufigem, wiederholtem Glücksspiel besteht, welches die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht. In Fachkreisen wird das pathologische Spielen oft als Abhängigkeit oder Verhaltenssucht bezeichnet und es werden dafür die Kriterien beigezogen, welche im  Klassifikationssystem ICD-10 für die Abhängigkeit von psychoaktiven Substanzen festgelegt sind. Charakteristisch für eine Abhängigkeit von Glücksspielen sind demnach:

  • Ein starkes Verlangen zu spielen;
  • Schwierigkeiten, das Spielverhalten zu kontrollieren;
  • Entzugserscheinungen, wenn nicht gespielt werden kann;
  • Es muss mit immer höheren Einsätzen und höheren Risiken gespielt werden, um die gleiche Wirkung zu erlangen (Toleranzentwicklung);
  • Dem Spielen wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben;
  • Anhaltendes Spielen trotz schädlicher Folgen.

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