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Promillegrenzen

Gemäss der Bevölkerungsbefragung der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) kannten im Jahr 2015 69% aller befragten Autofahrerinnen und –fahrer den zulässigen Blutalkoholgrenzwert von 0,5 Promille. Nach dessen Einführung Anfang 2005 war der neue Grenzwert bei 92% der Befragten bekannt gewesen; seither hat sich der Kenntnisstand der Fahrerinnen und Fahrer also deutlich verschlechtert. Diese Entwicklung könnte das geläufige Phänomen bestätigen, dass die Einhaltung neuer Regeln mit fortschreitender Zeit eher abnimmt.

Allerdings kannten 2015 immerhin 83% der Neulenkerinnen und Neulenker den korrekten Wert, in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen mit Ausweis auf Probe waren es sogar 96% .
Der Anteil jener Automobilistinnen und Automobilisten, welche die aktuelle geltende Promillegrenze bei der Befragung im Jahr 2015 korrekt genannt hatte, war in der Gruppe der Männer mit 76% höher als derjenige der Frauen: hier betrug er nur noch 59%.
Zwischen den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz gibt es ebenfalls Unterschiede: der Grenzwert war, laut der von der bfu durchgeführten Befragung im Jahr 2015, den Autofahrerinnen und -fahrern im Tessin mit 56% weniger gut bekannt als den Automobilistinnen und Automobilisten der Deutschschweiz (69%) oder der Romandie (71%).
Quelle: Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). (2015). Status 2015.

Übersicht zu Promillegrenzen in verschiedenen Ländern (Stand 2015)
Übersicht zu Promillegrenzen in verschiedenen Ländern (Stand 2015)

In fast allen Ländern der europäischen Gemeinschaft gilt im Strassenverkehr die Alkohol-Promillegrenze von 0,5 oder weniger Promille. Einzelne Länder wie Spanien oder Österreich kennen zudem eine strengere Regelung für Neulenkende in Bezug auf die Promillewerte. Die Strafen bei Übertretung der jeweiligen Promillegrenzen in den einzelnen Ländern sehen je nach Schwere des Delikts Bussen, Führerscheinentzug und/oder Gefängnisstrafen vor.

In der Schweiz ist Via sicura, das Verkehrssicherheitsprogramm des Bundes, Anfang 2013 mit ersten Massnahmen gegen Raser (Verbot von Radarwarnungen, Einziehung von Fahrzeugen) gestartet. Seit Januar 2014 gilt auch das faktische Alkoholverbot für Neulenkende. Wer den Führerausweis neu erlangt, darf für die Dauer der dreijährigen Probezeit nur nüchtern fahren. Auch für Fahrerinnen und Fahrer von Lastwagen und Bussen ist das Fahren unter Alkoholeinfluss verboten (≥ 0,10 Promille).
Die weiteren Massnahmen in Zusammenhang mit Alkohol sind:

  • seit Januar 2014: Abklärung der Fahreignung: Wer mit 1,6 oder mehr Promille unterwegs ist, wird obligatorisch einer Fahreignungsuntersuchung durch Verkehrspsychologen unterzogen.
  • seit Januar 2015: Bei Schäden, die in angetrunkenem oder fahrunfähigem Zustand oder durch ein Raserdelikt verursacht wurden, müssen die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherungen Rückgriff auf die Person nehmen, die den Unfall verursacht hat.

Ab dem Jahr 2017 ist das Inkrafttreten einer Alkohol-Wegfahrsperre geplant, welche den Alkoholgehalt in der Atemluft misst: Personen, denen der Führerausweis wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand entzogen wurde, erhalten ihn (nach einer Therapie und aufgrund günstiger Prognose) mit der Auflage zurück, während fünf Jahren nur Autos zu lenken, die mit einer Atemalkohol-Wegfahrsperre versehen sind. Zudem soll ab 2016 die beweissichere Atem-Alkoholkontrolle neu auch bei Werten von 0.8 Promille oder mehr gerichtlich anerkannt werden. Sie wird in der Regel die Blutprobe ersetzen.

Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA (2015). Via Sicura Faktenblatt. Webseite.

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