Home » Infos und Fakten » Alkohol » Nachweis

Nachweis von Alkohol im Körper

Alkohol kann mittels so genannter Alkoholmarker nachgewiesen werden. Die am häufigsten verwendeten Marker sind – nebst dem Äthanol selbst – GGT und CDT.

Äthanol

Ein kürzlicher Alkoholkonsum kann am einfachsten durch den Nachweis von Äthanol im Blut, Atem, Urin, Schweiss oder Speichel festgestellt werden. Eine Unterscheidung zwischen einem chronischen und einem akuten Alkoholkonsum ist damit in der Regel aber nicht eindeutig möglich.

GGT (Gamma-Glutamyl-Transferase)

Der Nachweis des Enzyms GGT ist relativ einfach und kostengünstig. Nach vier Wochen regelmässigem Konsum von mindestens 8 Standardgläsern Alkohol pro Tag ist der GGT-Spiegel im Körper erhöht. Bei einem Konsumstopp dauert es 25 Tage, bis die Hälfte des GGT wieder abgebaut ist (Halbwertszeit). Der Genauigkeit des Nachweises von GGT sind durch verschiedene Faktoren Grenzen gesetzt: Nichtalkoholische Leberkrankheiten, Medikamentenkonsum, Diabetes, Übergewicht etc. können die Höhe des GGT-Spiegels beeinflussen.

CDT (Karbohydratdefizientes Transferrin)

Der Nachweis von CDT ist relativ teuer und wird nicht in allen Labors durchgeführt. Man schätzt, dass ein Alkoholkonsum von sechs Standardgläsern pro Tag während einer Woche den CDT-Spiegel erhöht. Die Halbwertszeit von CDT beträgt 17 Tage, d.h. so lange braucht es, bis nach dem letzten Alkoholkonsum die Hälfte des CDT wieder abgebaut ist. Eine Schwangerschaft, Leberzirrhose, chronische Hepatitis etc. beeinflussen den CDT-Spiegel.

MCV (Mittleres Erythrozytenvolumen)

Eine Alkoholmissbrauch kann auch durch ein erhöhtes Volumen an roten Blutkörperchen nachgewiesen werden. Diese Analyse ist sehr kostengünstig und kann in jedem klinischen Labor durchgeführt werden. Das MCV bleibt auch noch nach mehreren Monaten der Abstinenz hoch. Nebst einem hohen Alkoholkonsum gibt es weitere Faktoren, die den MCV erhöhen können: Vitamin B12 und Folsäuremangel, Lebererkrankungen, Rauchen, Alter etc.

Blutalkoholgehalt

Der in den Getränken enthaltene Alkohol wird unverdaut von den Schleimhäuten in Mund, Speiseröhre, Magen und Dünndarm aufgenommen und geht sehr rasch ins Blut über. Nach 30 bis 60 Minuten ist der getrunkene Alkohol ins Blut übergetreten. Das Blut transportiert den Alkohol in die Leber, wo unverzüglich der Abbau beginnt. Ganze 90 bis 95% des konsumierten Alkohols müssen von der Leber verarbeitet werden; nur 5 bis 10% werden direkt durch Schweiss, Urin, Speichel und Atem ausgeschieden. Der Abbau von Alkohol erfolgt mit etwa 0,15 Promille pro Stunde; es gibt keine Mittel, diesen Prozess zu beschleunigen.

Die Promille geben an, wie viele Gramm Alkohol in einem Liter Blut oder anderen Körperflüssigkeiten enthalten sind. Dieser Blutalkoholgehalt ist in erster Linie von der getrunkenen Menge reinen Alkohols abhängig. Es gibt keine Möglichkeit, den Übertritt ins Blut zu verhindern. Eine wichtige Rolle für die Höhe des Blutalkoholgehaltes spielen Geschlecht und Gewicht: Frauen und leichtgewichtige Personen erreichen mit gleichviel Alkohol mehr Promille als Männer und schwergewichtige Personen. Mehr Promille gibt es auch, wenn der Alkohol auf leeren Magen getrunken wird.

Bestimmte körperliche und psychische Zustände wie Müdigkeit, Krankheit, Stress oder Erregung können die Wirkung des Alkohols erheblich verstärken. Die gleiche verstärkende Tendenz zeigen weitere andere Substanzen, deren Konsum mit jenem von Alkohol zusammenfällt, beispielsweise Medikamente und illegale Drogen.

Berechnungsformel

Für die Berechnung der Blutalkoholkonzentration (BAK) in Promille müssen die getrunkene Menge Alkohol und das Körpergewicht der konsumierenden Personen bekannt sein. Als Faustregel kann gelten, dass ein Standardglas eines alkoholischen Getränkes, d.h. diejenige Menge, die normalerweise im Restaurant ausgeschenkt wird, jeweils 12 Gramm Alkohol enthält.

Der Flüssigkeitsgehalt des Körpers ist bei Männern (mit einem Anteil von etwa 70%) in der Regel grösser als bei Frauen (mit einem Anteil von etwa 60%). Deshalb wird bei Frauen der konsumierte Alkohol auf weniger Flüssigkeit verteilt, die Blutalkoholkonzentration je Liter ist also höher als bei Männern.

Wird der Alkohol nicht auf einmal, sondern über längere Zeit verteilt oder zu einer Mahlzeit getrunken, so steigt die BAK nicht so rasch an und erreicht niedrigere Spitzen.

Beispiel 1: Mann, 80 kg schwer, 2 Bier getrunken

Alkoholmenge in Gramm
----------------------------------- = ‰
Körpergewicht in kg x 0,7

2 x 12
------------  = 0,43‰
80 x 0,7

Beispiel 2: Frau, 60 kg schwer, 1 Bier getrunken

Alkoholmenge in Gramm
----------------------------------    = ‰
Körpergewicht in kg x 0,6

1 x 12
-------------  = 0,33‰
60 x 0,6

Seite druckenSendenRSSYouTube
 
.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print