Alkoholabhängigkeit
Gemäss Schätzungen leben in der Schweiz ca. 250 000 alkoholabhängige Menschen. Diese Richtzahl geht auf aktuelle Berechnungen zurück: sie ersetzen diejenigen, welche in den neunziger Jahren auf der Grundlage von Bevölkerungsumfragen erstellt wurden.
Quelle: Kuendig, H. (2010). Geschätzte Anzahl der alkoholabhängigen Menschen in der Schweizer Bevölkerung (Forschungsbericht Nr. 56). Lausanne: Sucht Info Schweiz.
Nur in der klinischen Praxis kann die Krankheit "Alkoholabhängigkeit" klar diagnostiziert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dafür folgende Kriterien festgelegt:
- Ein starker Wunsch, Alkohol einzunehmen
- Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren
- Anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlichen Folgen
- Dem Substanzgebrauch wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben
- Entwicklung einer Toleranzerhöhung
- Körperliches Entzugssyndrom
Eine Alkoholabhängigkeit wird dann diagnostiziert, wenn mindestens drei dieser Kriterien erfüllt sind.
Bei Männern im mittleren Alter ist Alkoholabhängigkeit (Kodegruppe F10.2* nach ICD-10) eine der am häufigsten gestellten Hauptdiagnosen, und wird in allen Altersgruppen bei Männern deutlich häufiger gestellt als bei Frauen.
Die Diagnose Alkoholabhängigkeit (ICD-10 Code F10.2) wurde im Jahr 2009 im stationären und teilstationären Bereich bei den 25-bis 74-jährigen Männern in 10 648 Fällen gestellt, während sich die Anzahl Behandlungen aufgrund eines Abhängigkeitssyndroms bei den Frauen der gleichen Altersspanne auf 5 066 belief.
Die medizinische Statistik der Krankenhäuser berücksichtigt keine ambulanten Behandlungen, sondern erfasst lediglich stationäre und teilstationäre Fälle.
Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS) (2011). Auskunft des statistischen Dienstes über die Medizinische Statistik der Krankenhäuser 2009.
*(Die Kodegruppe F10.2 beinhaltet die Kodes F1020 - F1026)


![Diagnose "Alkoholabhängigkeit" [Kodegruppe F10.2 (F1020-F1026)], Haupt- und Nebendiagnosen in Schweizer Spitälern (2009) Diagnose "Alkoholabhängigkeit" [Kodegruppe F10.2 (F1020-F1026)], Haupt- und Nebendiagnosen in Schweizer Spitälern (2009)](typo3temp/pics/231e635de8.jpg)