Alkoholprobleme im Alter
Das Alter beeinflusst die Wirkung des Alkohols. Ab ungefähr 50 Jahren sinkt der Wasseranteil im Körper. Der Alkohol wirkt so stärker. Alkohol kann also rascher zu körperlichen Schädigungen führen und auch eine Abhängigkeit kann sich schneller einstellen.
Etwa ein Drittel der älteren Menschen mit einem Alkoholproblem haben dieses erst nach der Pensionierung entwickelt. Belastungen wegen Einsamkeit oder Krankheiten und Anpassungsschwierigkeiten an den Ruhestand können dazu beitragen.
Benzodiazepinhaltige Beruhigungs- und Schmerzmittel werden wegen psychischer Belastungen oder körperlicher Schmerzen häufiger an ältere als an jüngere Menschen verschrieben. Diese Medikamente können über eine kurze Zeit eine wichtige Hilfe sein. Werden sie zu lange eingenommen, können sie zu schweren Problemen und insbesondere in eine Abhängigkeit führen.
Das Umfeld kann helfen
Häufig haben Menschen aus dem Umfeld Hemmungen zu reagieren, wenn sie sich wegen eines Konsums Sorgen machen. Sie befürchten, der betroffenen Person zu nahe zu treten oder sie wollen ihr nicht das vermeintliche kleine Vergnügen nehmen. Für die Würde und das Wohlbefinden eines Menschen ist es aber wichtig, dass das Umfeld ein mögliches Alkohol- oder Medikamentenproblem Ernst nimmt. Das Alter sollte nicht ein Vorwand sein, dieses zu ignorieren. Alle Personen aus dem Umfeld, das heisst sowohl Nahestehende als auch Personen, die beruflich mit älteren Menschen zu tun haben, können entsprechend ihrer Rolle und der Beziehung, die sie zur betroffenen Person haben, reagieren und helfen.
Sucht Schweiz stellt Informationen für ältere Menschen und ihr soziales Umfeld zur Verfügung.
