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Einnahme von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln

Die Erkenntnisse der Gesundheitsbefragung 2007 belegen, dass über fast alle Altersgruppen hinweg ein höherer Anteil Frauen als Männer Medikamente mit beruhigender, schlaffördernder oder schmerzlindernder Wirkung zu sich nimmt. Augenfällig wird dieser Umstand ab dem Alter von 75 Jahren: 17% der Frauen dieser Altersgruppe hatten in den letzten sieben Tagen vor der Befragung mindestens einmal täglich ein Schmerzmittel, 17% mindestens einmal täglich ein Schlafmittel, und 6% mindestens einmal täglich ein Beruhigungsmittel eingenommen.

Der gesteigerte Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie Schmerzmitteln bei älteren Menschen ist wahrscheinlich weitgehend auf eine höhere Belastung durch dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen und vermehrt auftretende Schlafstörungen zurückzuführen.

Gemäss der Befragung nimmt der Anteil täglich Schlafmittel einnehmender Männer ab 35 über die Altersgruppen hinweg zu, während sich keine lineare Tendenz für die tägliche Einnahme von Schmerz- bzw. Beruhigungsmitteln abzeichnet. Auffällig ist jedoch ein starker Anstieg der täglichen Einnahme von Schmerz- und Beruhigungsmitteln in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Männer vor dem nahenden Rentenalter die abnehmende Arbeitsleistung sowie Stress und vermehrt auftretende Gesundheitsbeschwerden durch eine gesteigerte Einnahme dieser Medikamente zu bekämpfen versuchen.

90.8% der täglich von Männern und Frauen eingenommenen Medikamente dieser Art wurden vom Arzt verschrieben. Eine länger andauernde, regelmässige Einnahme bestimmter Schlaf- und Beruhigungsmittel (vor allem Benzodiazepine) kann - auch bei geringen Dosen - zur Entwicklung einer Abhängigkeit führen.
Quelle: SFA (2009). Schweizerische Gesundheitsbefragung 2007.


Täglicher Gebrauch von Schmerz- Schlaf- und Beruhigungsmitteln während der 7 letzten Tage bei Männern und Frauen, nach Alter (2007)
Täglicher Gebrauch von Schmerz- Schlaf- und Beruhigungsmitteln während der 7 letzten Tage bei Männern und Frauen, nach Alter (2007)

Einnahme von Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmitteln nach Sprachregion

Die Resultate der Gesundheitsbefragung 2007 weisen ausserdem darauf hin, dass die tägliche, mehrmals wöchentliche und ungefähr einmal wöchentliche Einnahme von Schmerzmitteln in der französischen Schweiz höher ist als in den beiden anderen Sprachregionen. Auch hinsichtlich der mehrmals wöchentlichen oder ungefähr einmal wöchentlichen Einnahme von Schlafmitteln liegen die ermittelten Häufigkeiten der französischsprachigen Einwohner an erster Stelle. Hingegen wird die höchste Rate an täglich Einnehmenden von Schlafmitteln in der italienischsprachigen Schweiz beobachtet. Gemäss der Befragung sind die Einwohner der deutschsprachigen Schweiz diejenigen, die am wenigsten auf eine tägliche und mehrmals wöchentliche Einnahme von Beruhigungsmitteln zurückgreifen. Diese relativ kongruenten Unterschiede im Gebrauch von Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmitteln zwischen den verschiedenen Regionen der Schweiz waren bislang nicht Gegenstand einer eingehenden Analyse, allgemein wird aber davon ausgegangen, dass sie kultureller Natur sind.

Quelle: Notari, L., Delgrande Jordan M., Maffli, E. (2010). Zusammenfassende Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 2007, 2002, 1997 und 1992 hinsichtlich des Konsums von Tabak, Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen. Lausanne: Sucht Info Schweiz.

Häufigkeit des Gebrauchs von Schmerz- Schlaf- und Beruhigungsmitteln nach Sprachregion (während der 7 letzten Tage, Gesamtbevölkerung), Jahr 2007
Häufigkeit des Gebrauchs von Schmerz- Schlaf- und Beruhigungsmitteln nach Sprachregion (während der 7 letzten Tage, Gesamtbevölkerung), Jahr 2007
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