HIV-Infektionen durch intravenösen Drogenkonsum
HIV ist eine Abkürzung für "Humanes Immundefizienz-Virus",(menschliches Immunschwäche-Virus). Das HI-Virus wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie Spritzen- und Nadeltausch bei Drogenkonsum übertragen. Auch kann es während der Schwangerschaft von der infizierten Mutter auf das Kind und später durch das Stillen übertragen werden.
Während im Jahr 1994 noch 28.0% (Frauen) respektive 24.9% (Männer) der positiven HIV-Tests auf infizierte Spritzen beim intravenösen Drogenkonsum zurück zu führen waren, war dieser Anteil in den darauffolgenden Jahren nahezu sukzessiv im Abnehmen.
Im Jahr 2010 infizierten sich 2.3% der Frauen und 4.4% der Männer durch intravenösen Drogenkonsum mit dem HIV-Virus, insgesamt wurden 23 Neudiagnosen gemeldet.
Die Statistik der HIV-Infektionen besteht zum einen aus den Meldungen der Labors und zum anderen aus den Ergänzungsmeldungen der Ärztinnen und Ärzte, welche über den Ansteckungsweg der einzelnen Fälle Auskunft geben. Da nicht für jede Meldung der Labors systematisch eine Ergänzungsmeldung vorliegt, können die Anteile der verschiedenen Ansteckungswege an der Gesamtheit der Neuinfektionen im Vorfeld lediglich geschätzt werden. Sie unterliegen der laufenden Berichtigung, wenn neue Ergänzungsmeldungen eintreffen.
Die Tatsache, dass sich heute deutlich weniger Drogen injizierende Personen mit HIV anstecken als früher, ist als Erfolg der Politik der Schadensminderung zu werten (saubere Spritzen, Methadonprogramme, heroingestützte Behandlung, Konsumräume).
Ob der Erfolg der HIV-Prävention in der Gruppe der Drogenkonsumierenden anhält, ist weitgehend vom Weiterbestehen dieser Programme abhängig. Da die Prävalenz von HIV bei drogenkonsumierenden Menschen weiterhin sehr hoch ist (zwischen 10 und 30%), könnten leichte Veränderungen bei den Schadensbegrenzungsangeboten und beim individuellen Konsumverhalten schnell zu einer Zunahme der Neuinfektionen führen.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG) (2011). Webseite und Auskunft.


