Heroin

Nachdem Opium und opiumhaltige Mischungen für Jahrtausende als Heilmittel gedient hatten, wurde Heroin erstmals 1874 vom Engländer C. R. A. Wright im Chemielabor hergestellt und wenig später von der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Deutschland (Bayer, 1898) und der Schweiz (Basler Chemie) in grossen Mengen produziert und als gängiges Arzneimittel vermarktet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es unter dem Einfluss moralischer, medizinischer und politischer Vorstellungen zu einer Verschärfung der Drogenpolitik gegen Opium und die mit ihm verwandten Substanzen. Der medizinische Nutzen des Heroins wurde in Frage gestellt und seine soziale Schädlichkeit betont. Unter dem Druck internationaler Abkommen zur Drogenkontrolle wurde Heroin mehr und mehr als "Todesdroge"» betrachtet und auch in der Schweiz 1924 dem ersten "Bundesgesetz betreffend Betäubungsmittel (BtmG)" unterstellt.

Ende der achtziger Jahre entstanden in mehreren Schweizer Städten offene Drogenszenen, in denen sich eine wachsende Anzahl von schwer Abhängigen bewegte und dem hohen Risiko von HIV-Infektion, Beschaffungskriminalität und Prostitution aussetzte. Im Rahmen der gesetzlichen Ausnahmeregelungen für Heroin wurde 1994 ein wissenschaftlicher Versuch zur ärztlichen Heroinverschreibung gestartet. Neben anderen Massnahmen (wie Spritzenabgabe, Einrichten von Anlauf- und Kontaktstellen) wurde 1999 mit der ärztlichen Verschreibung von Heroin begonnen. Die so genannte heroingestützte Behandlung (HeGeBe) gelangte nach vielen kontroversen Diskussionen im Juni 1999 als dringlicher Bundesbeschluss zur Abstimmung und wurde vom Volk deutlich angenommen. Mit dem revidierten Betäubungsmittelgesetz, welches im November 2008 in einer Volksabstimmung gutgeheissen wurde, ist die HeGeBe nun langfristig gesetzlich verankert.

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Forschungsbericht

 

Ambulante Suchthilfe: Ergebnisse der KlientInnenbefragung 2011

SAMBAD (Statistik der ambulanten Behandlung und Betreuung im Alkohol- und Drogenbereich)

Weiterführende Informationen

zum Thema Heroinkonsum in der Schweiz finden Sie ausserdem im  Suchtmonitoring Schweiz des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das Forschungsprojekt, mit dessen Durchführung unter anderem Sucht Schweiz beauftragt wurde, hat zum Ziel, repräsentative Daten der Schweizer Wohnbevölkerung zum Thema Sucht und Konsum psychoaktiver Substanzen zusammenzutragen.

Publikationen

 
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