Drinks für mehr Leistung?
Energy Drinks schmecken süss, sie sind auffallend verpackt und sie versprechen mehr Leistung. Energy Drinks sind reich an Kalorien ohne zu sättigen. Sie putschen auf, dank Koffein und vor allem dem Zucker. Energy Drinks sind etabliert. Wie auch immer die Beschreibung ausfällt, eines ist klar: Die Drinks für mehr Energie treffen den Zeitgeist. Die Auswahl ist heutzutage beachtlich. Sie sind überall zu kaufen, Tag und Nacht. Aktuelle Marktdaten zeigen: Marktführer ist mit einem geschätzten weltweiten Marktanteil von 70% und einer Umsatzsteigerung von 12% im Jahr 2011 Red Bull.
Was ist in diesen Getränken drin, was bewirken sie? Ist der Konsum mit Risiken verbunden?
Kritisch ist der übermässige Konsum, so die Faustregel. Das Risiko besteht, sie als Dopingmittel zu gebrauchen, so dass in Leistungssituationen „automatisch“ zu Energy Drinks gegriffen wird, weil es ohne vermeintlich nicht mehr geht. Sie können jedoch ein gutes Frühstück oder ein Schlafmanko nicht ersetzen bzw. beheben.
Dass die Drinks nicht mit Alkohol gemischt werden sollten, muss laut Gesetz auf der Verpackung stehen. Gemixt wird dennoch. Wer Energy Drinks und Alkohol gleichzeitig einnimmt, spürt die Wirkung des Alkohols weniger und tendiert dazu, mehr zuzulangen. Viel Alkohol macht schläfrig, doch das Koffein des Energy Drinks putscht auf und täuscht darüber hinweg. Konzentration und Reaktion bleiben auf der Strecke; die Risikobereitschaft steigt.
Energy Drinks enthalten nebst Zucker u.a. Koffein und Taurin. Wie bei allen Süssgetränken kann der Zucker bei Zähnen und Pfunden Spuren hinterlassen. Die Drinks enthalten auch viel Säure, welche wiederum den Zahnschmelz angreift. Es wird vermutet, dass Taurin die Wirkung von Koffein verstärkt. Wer empfindlich auf Koffein reagiert oder übermässig viel davon trinkt, riskiert einen Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit oder Magen-Darm-Probleme. Energy Drinks sind folglich keine Durstlöscher.
Werbung nutzt Gesetzeslücke
Ein Paradox lässt der Gesetzgeber leider zu: Hersteller können für alkoholhaltige und alkoholfreie Getränke den gleichen Namen verwenden. In Schweizer Regalen sind beispielsweise Trojka Vodka und der (alkoholfreie) Energy Drink Trojka zu finden. Die Werbung für die Marke nutzt so alle Spielräume aus.
Energy Drinks sind weit verbreitet: Fast 60% der 15-jährigen Jungen und 38% der gleichaltrigen Mädchen konsumieren mindestens einmal pro Woche entsprechende Getränke (Schülerstudie HBSC 2010). Um Eltern mehr fürs Thema zu sensibilisieren, gibt Sucht Schweiz aktuell einen Newsletter heraus. Er zeigt, weshalb solche Getränke mit Vorsicht und nur eingeschränkt genossen werden sollten.
- Mehr Tipps und Hintergründe im Eltern-Newsletter
- Factsheet von Sucht Schweiz zu Energy Drinks
