Alkohol: Die Position von Sucht Schweiz

Alkohol-Facts

- Der Pro-Kopf-Konsum von Alkohol liegt in der Schweiz aktuell bei 8.1 l pro Jahr.

- Gut 10% der Bevölkerung trinken täglich Alkohol und etwa 11% der erwachsenen Bevölkerung trinken die Hälfte des gesamten Alkohols.

Alkohol und seine Folgen

- geschätzte 250'000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig
- rund 1'600 alkoholbedingte Todesfälle pro Jahr (siehe auch unsere Statistikseite: Alkohol - Sterblichkeit)
- etwa eine halbe Million Menschen in der Schweiz leiden unter einem Alkoholproblem naher Angehöriger, dazu kommen rund 100'000 Kinder aus alkoholbelasteten Familien.

Forderungen

Wie erschwinglich, verfügbar und attraktiv Alkohol ist, prägt den individuellen Konsum. Mit strukturellen Massnahmen kann die Politik präventiv eingreifen. Insbesondere ist die Wirksamkeit preislicher Massnahmen, der Einschränkung der Erhältlichkeit sowie der Werbung breit belegt.

- Einschränkung der Attraktivität
- Preisliche Massnahmen wie beispielsweise: Steuererhöhungen auf der Basis einer Besteuerung der alkoholischen Getränke entsprechend ihres Alkoholgehalts. Zudem kann mit zweckgebundenen Abgaben (Alkoholzehntel) die Finanzierung der Alkoholprävention sichergestellt werden. Diese sollte (auch rückwirkend) der Teuerung angepasst werden.

- Werbeeinschränkungen
-Restriktionen im Bereich der Alkoholwerbung und des Sponsorings (z.B. Verbot von Lifestyle-Werbung (nur sachliche, produktebezogene Werbung erlauben)
 -Verbot von Promotionsangeboten (z.B. Happy Hours)

- Einschränkung der Erhältlichkeit (zeitlich, örtlich und personell)

 -wie bspw. ein Nachtverkaufsverbot
-Gesetzliche Verankerung von Testkäufen

Alkoholpolitik

Das Alkoholgesetz stammt aus dem Jahr 1932 und eine Totalrevision desselben wurde 2015 nach jahrelangem Seilziehen aufgrund von Differenzen zwischen den Räten abgebrochen.
Nun hat der Bundesrat am 6. April 2016 eine Botschaft zur Teilrevision des Alkoholgesetzes (AlkG) in zwei Schritten verabschiedet.

Falls kein Referendum ergriffen wird, werden die drei unbestrittenen Aspekte der Revision zwischen 2017 und 2018 umgesetzt: die Integration der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV) in die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), die Privatisierung des EAV-Profitcenters Alcosuisse und die Aufhebung des Bundesmonopols auf der Ethanoleinfuhr. Die zweite Teilrevision soll erst in drei bis fünf Jahren angepackt werden, wenn erste Erfahrungen mit der Umsetzung der ersten Teilrevision vorliegen. Einzig die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für Alkoholtestkäufe ist vorgesehen.

 

Sucht Schweiz, Lausanne, 2017

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