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Tabakkonsum der 15- bis 25-Jährigen höher als in der Gesamtbevölkerung – Jugendschutz bleibt mangelhaft

11. Januar 2018, 10:00

Foto: ©pixabay

Über 30% der 15- bis 25-Jährigen SchweizerInnen rauchen. Während der Tabakkonsum der 15- bis 17-Jährigen zurückgeht, steigt er in den letzten Jahren bei jungen Erwachsenen an. Beim Jugendschutz bleibt aber noch viel zu tun: Vor allem die Jüngeren in der befragten Altersgruppe überschätzen die Verbreitung des Rauchens massiv. Jeder Sechste der 15- bis 17-Jährigen hat auch bereits Werbegeschenke der Zigarettenindustrie erhalten, und noch zu viele Minderjährige können ihre Zigaretten selber kaufen.

Für die Suchtmonitoring-Studie «Tabakkonsum bei 15- bis 25-Jährigen im 2016» hat die Stiftung Sucht Schweiz im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit in einer repräsentativen Stichprobe rund 3000 junge Menschen befragt. 31.6% unter ihnen gaben an, täglich oder gelegentlich zu rauchen, das sind rund sechs Prozentpunkte mehr als in der Gesamtbevölkerung. Die Raucherquote der 15- bis 25-Jährigen bleibt auf hohem Niveau insgesamt stabil. Bei den 15- bis 17-Jährigen sinkt sie leicht seit 2011, wogegen die über 20-Jährigen seit 2014 mehr rauchen. Die Hälfte der Rauchenden möchte damit eigentlich aufhören.

Diversifikation bei den Produkten

Die meisten der jungen Rauchenden konsumieren Zigaretten. Gut ein Viertel unter ihnen greift nicht nur zu industriell hergestellten, sondern auch (oder nur) zu selbstgerollten Zigaretten. Daneben konsumieren heute rund 16% der täglich Rauchenden und 26% der gelegentlich Rauchenden die Wasserpfeife, jeweils über fünf Prozentpunkte mehr als noch im 2012. Schnupftabak bleibt das beliebteste rauchlose Tabakprodukt, doch der Konsum von Snus (Mundtabak) nimmt zu. 

Lasche Handhabung der Normen?

Weit über zwei Drittel der 15- bis 17-Jährigen kaufen ihre Zigaretten nach eigenen Angaben selber. Dies ist erstaunlich in Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Kantone ein Verkaufsverbot bis 16 Jahre resp. elf Kantone bis 18 Jahre kennen. Zudem gibt jeder sechste 15- bis 17-Jährige an, bereits ein Werbegeschenk der Tabakindustrie erhalten zu haben. Die Durchsetzung der geltenden Jugendschutzgesetze ist offensichtlich ungenügend.

Vorbild Eltern und Freunde – und Einfluss der Werbung

Bei über der Hälfte der täglich Rauchenden 15- bis 25-Jährigen rauchte auch mindestens ein Elternteil, bei den niemals rauchenden jungen Menschen war dies nur bei knapp über einem Viertel der Fall. Das Verhalten der Eltern beeinflusst offenbar massgeblich die Neigung zum Rauchen. Einen Einfluss könnte auch die Wahrnehmung von Normalität haben: 55% der täglich Rauchenden glauben, dass mehr als die Hälfte ihrer Gleichaltrigen auch rauchen. Unter den niemals Rauchenden glauben dies nur 11%. Insgesamt überschätzen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Verbreitung des Rauchens massiv. Die starke Präsenz der Tabakwerbung dürfte hier eine Rolle spielen. Denn der Einfluss der Tabakwerbung auf die Jugendlichen wurde in anderen Studien bereits zur Genüge nachgewiesen. Die neue Initiative der Ärzte und Apotheker zur Einschränkung der Tabakwerbung ist deshalb zu begrüssen!

Auskunft:
Markus Meury
Mediensprecher
mmeury@ich-will-keinen-spamsuchtschweiz.ch
Tel.: 021 321 29 63

Die Stiftung Sucht Schweiz ist ein nationales Kompetenzzentrum im Suchtbereich. Sie betreibt Forschung, konzipiert Präventionsprojekte und engagiert sich in der Gesundheitspolitik. Das Ziel der Stiftung ist, Probleme zu verhüten oder zu vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen oder durch Glücksspiel und Internetnutzung entstehen. Mehr als 200`000 Personen unterstützen unsere NGO.

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