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Sexualität und Verhütung bei Jugendlichen in der Schweiz

03. März 2016, 08:00

Auf der Grundlage der internationalen Studie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC) untersuchte Sucht Schweiz das Sexualverhalten und die Verhütung der 14- und 15-jährigen Schülerinnen und Schüler. Die Resultate sind in einem neuen Factsheet dargestellt.

Dieses vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der Anteile sexuell aktiver Jugendlicher in der Schweiz und zeigt, welche Verhütungsmethoden (zum Schutz vor unerwünschter Schwangerschaft bzw. vor sexuell übertragbaren Krankheiten) während des letzten Geschlechtsverkehrs verwendet wurden. Die Ergebnisse, die auf einem anonymen Fragebogen basieren, sind mit einer gewissen Vorsicht zu interpretieren. Das Berichten über erste sexuelle Erlebnisse kann bei Jugendlichen zwischen Tabuisierung und Prahlerei schwanken. Entsprechend besteht die Möglichkeit, dass gewisse Jugendliche ihre Antworten einer selbst wahrgenommenen «Normalität» angeglichen haben.

Mehr Jungen als Mädchen geben an, sexuell aktiv zu sein

Verfrühte sexuelle Erfahrungen bringen infolge mangelnder Informationen, Erfahrung oder Zugangsmöglichkeiten zu Beratungsangeboten zur sexuellen Gesundheit bestimmte Risiken mit sich (negative psychische Folgen, unerwünschte Schwangerschaften, Übertragung von Krankheiten) und sind deshalb als Thema der öffentlichen Gesundheit von Interesse. In der jüngsten Befragung im 2014 gaben weniger als einer von fünf 15-jährigen Jungen und eines von sieben gleichaltrigen Mädchen an, bereits mit jemandem geschlafen zu haben. Bei den 14-jährigen Jugendlichen war der Anteil sexuell aktiver Jungen ebenfalls höher als bei den Mädchen, wenn auch die Anteile jeweils tiefer sind als bei den 15-Jährigen.

Die Analyse zeigt, dass sich die Situation bezüglich des Anteils an sexuell aktiven 14- und 15-jährigen Jugendlichen zwischen 2002 und 2010 kaum verändert hat. Betrachtet man den kürzeren Zeitraum zwischen 2010 und 2014 so fällt aber auf, dass bei den 15-jährigen Jungen und den 14-jährigen Mädchen der Anteil gesunken ist. Die leichte Abnahme, die sich zwischen 2010 und 2014 in allen anderen Alters- und Geschlechtsgruppen abzuzeichnen scheint, ist statistisch nicht signifikant.

Verhütungsmethoden

Obgleich die Verwendung eines Präservativs allein oder in Kombination mit der Pille – verbreitet zu sein scheint, wirft die Situation Fragen auf. Tatsächlich gab im Jahr 2014 nahezu ein Fünftel der sexuell aktiven 14- und 15-jährigen Jugendlichen an, beim letzten Geschlechtsverkehr kein Präservativ benutzt zu haben. Zwar hat ein Teil dieser Jugendlichen auf ein anderes Verhütungsmittel zurückgegriffen, aber sie haben dennoch auf das einzig wirksame Mittel gegen sexuell übertragbare Krankheiten wie etwa HIV, nämlich das Präservativ, verzichtet.

Repräsentative Befragung
Die Studie HBSC steht unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und untersucht verschiedene gesundheitsrelevante Verhaltensweisen der 11- bis 15-Jährigen. Sie wird seit 1982 in zahlreichen Ländern alle 4 Jahre durchgeführt. Sucht Schweiz führte diese Studie im Jahr 2014 zum achten Mal bei einer Zufallsstichprobe von ca. 10'000 Schülerinnen und Schülern der fünften bis neunten Klasse (7. bis 11. HarmoS) in der Schweiz durch. Aus ethischen Gründen wurden die Fragen zur Sexualität einzig Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klasse gestellt. Die Schweizer HBSC-Studie wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Mehrzahl der Kantone finanziell unterstützt.

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